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Skanderbeg
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Georg Kastrioti (deutsch fĂŒr Gjergj Kastrioti []), genannt Skanderbeg (albanisch SkĂ«nderbeu, von osmanisch Ű§ŰłÚ©Ù†ŰŻŰ± ŰšÚŻ İA İskender Beğ; * 6. Mai 1405cite-ref-1[Anm. 1] in der Region Dibra-Mat; † 17. Januar 1468 in Lezha), war ein FĂŒrst aus dem albanischen Adelsgeschlecht der Kastrioti und ein MilitĂ€rkommandant, der von 1423 bis 1443 dem Osmanischen Reich, von 1443 bis 1447 der Republik Venedig und ab 1451 bis zu seinem Tod dem Königreich Neapel diente.

Durch seine Verteidigung des FĂŒrstentums Kastrioti gegen die Osmanen erhielt er von Papst Calixtus III. den Ehrentitel Athleta Christicite-ref-babinger-1978-153-2-0[1] („KĂ€mpfer des Christentums“) und von Papst Pius II. den des „neuen Alexanders“ (in Anspielung auf Alexander den Großen).cite-ref-3[2] Dazu wurde er auch von seinen GefĂ€hrten zum Dominus Albaniae („Herrn von Albanien“) gekrönt.cite-ref-4[3] Heute wird er von vielen als albanischer Nationalheld geehrt.

Contents

‱ Leben
‱ Herkunft
‱ Nachkommen
‱ Nachruhm
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Leben

Herkunft

Georg Kastrioti war neben Stanisha, Reposh und Konstandin II. der jĂŒngste von vier Söhnen des FĂŒrsten Gjon Kastrioti I. und seiner Ehefrau Voisava Tripalda,cite-ref-noli-5-0[4]cite-ref-6[5] Tochter des Herrn von Polog (in Nordmazedonien).cite-ref-7[6] Die FĂŒrstenfamilie hatte außerdem fĂŒnf Töchter (Mara, Jelena, Mamica, Angjelina und Vlajka). Seine Familie wuchs in einer ethnischen Mischzone auf und gehörte dem christlich-orthodoxen Glauben an.cite-ref-8[7]cite-ref-9[8]

Die Koalition der christlichen balkanischen Völkercite-ref-10[9] aus dem Jahr 1359cite-ref-11[10] unterlag dem Osmanischen Reich in der Schlacht auf dem Amselfeld (1389), in der Georgs Vater an der Seite seines Vaters Pal kĂ€mpfte. Pal fiel in dieser Schlacht; Gjon ĂŒberlebte und wurde Vasall im Dienste des Sultans Murad II.cite-ref-christine-von-kohl-12-0[11] Das bedeutete, dass er dem Sultan einen Tribut zu zahlen hatte und mit einer Armee einen Beitrag zu den Kriegen des Sultans auf dem Balkan leisten musste. 1402 unterstĂŒtzte Johannes den Sultan Bayezid I. in der Schlacht von Ankara, die die Timuriden gegen die Osmanen gewannen.cite-ref-13[12]

Gjons Religion stand direkt unter dem Einfluss des internationalen Gleichgewichtes der politischen KrĂ€fte. Zeit seines Lebens wechselte Gjon mit seinem FĂŒrstenhaus mehrere Male die Religion. Dazu schrieb der albanische Historiker, Politiker und orthodoxe Bischof Fan Noli in seiner Skanderbeg-Biographie: „Er war kein fanatischer AnhĂ€nger irgendeines Glaubens, sondern wechselte ihn entsprechend seinen sich Ă€ndernden politischen Orientierungen. Er war katholisch als VerbĂŒndeter Venedigs (1407); er war orthodox als ParteigĂ€nger Stefan Lazarevićs von Serbien 1419 bis 1426; er war Moslem als Alliierter Murads II. von 1430 bis 1438; römisch-katholisch war er wieder ab 1438 als VerbĂŒndeter und EhrenbĂŒrger von Venedig und Ragusa (Dubrovnik); und er starb als guter Christ 1443.“cite-ref-14[13]cite-ref-15[Anm. 2] Diese Politik betrieben auch andere albanische FĂŒrsten des Mittelalters.cite-ref-vickers-16-0[14]cite-ref-17[15]

Nach dem österreichischen Historiker und Archivar Heinrich Kretschmayr galt Gjon fĂŒr „leidlich mĂ€chtig in Albanien“, wurde BĂŒrger der Republik Venedig und der Republik Ragusa und herrschte als TĂŒrkenvasall und gefĂŒrchteter ReiterfĂŒhrer in der Gegend von Durazzo bis Dibra.cite-ref-kretschmayr-18-0[16]

Um dem wachsenden Druck der Osmanen zu entgehen, hatte Gjon gute Beziehungen zur Republik Venedig geknĂŒpft; 1406 wurde er in den venezianischen Archiven als dominus satis potens in partibus Albaniae („mĂ€chtiger Herr in den Landen Albaniens“)cite-ref-19[17] und 1409 als magnifici domini Johannis Castrioticite-ref-20[18] registriert, und um Schutz vor den Osmanen zu erhalten, war Gjon ein Vasall der Republik Venedig geworden, dem einzigen katholischen Land in seiner NĂ€he.

Gjon Kastrioti fĂŒhrte von 1407 bis 1430 Krieg gegen die Osmanen, wobei er mehrere Niederlagen erlitt: 1410, 1416, 1428 und 1430.cite-ref-noli-1993-27-21-0[19]

Als Gjon 1410 seine erste Niederlage gegen die Osmanen erlitt, teilte er Venedig mit, dass er als Unterpfand seiner LoyalitĂ€t gezwungen worden war, dem Feind einen Sohn als Geisel zu ĂŒberlassen. Möglicherweise war es Stanisha, der eine TĂŒrkin heiratete und mit ihr einen Sohn namens Hamza (lateinisch Ameses Castriota) hatte.cite-ref-noli-1993-27-21-1[19]

Im Jahr 1413 wird Gjon in venezianischen Dokumenten als dominus partis Bosine (Herr von Bosnien) erwÀhnt.cite-ref-22[20]

Im Jahr 1415 musste Gjon, der Kruja an die Osmanen abgetreten hatte, den Sultan als seinen Herrn anerkennen, indem er ihm Tribut zahlte. Sein Sohn Stanisha, der 1410 als Geisel an die Osmanen ausgeliefert worden war, konnte nach Hause zurĂŒckkehren.cite-ref-noli-1993-28-23-0[21]

Im Jahr 1420 erstreckte sich das Gebiet von Gjon fast bis nach Prizren im heutigen Kosovo und bis nach Lezha im heutigen Albanien.cite-ref-24[22]

Am 28. Januar 1423 wurde Juannus Castrioti zum unus ex dominis Albanie (einer der Herren von Albanien) ernannt.cite-ref-25[23] Am 25. Februar 1420 unterzeichneten Johannes Castriota und seine vier Söhne (Stanisha, Reposh, Konstantin und Georg) ein Handelsabkommen mit der Republik Ragusa. In diesem Abkommen wurden die Zölle festgelegt, die die ragusanischen Kaufleute bei der Durchquerung der LĂ€ndereien der Kastrioti von Shufada, sĂŒdlich von Lezha, bis Prizren zu entrichten hatten.cite-ref-noli-1993-28-23-1[21]

1422 wandte sich Gjon Kastrioti von Venedig ab und verbĂŒndete sich mit Stefano Lazarević, dem Despoten von Serbien, dem er einen seiner Söhne, möglicherweise Stanisha, mit einem albanischen Heer gegen Shkodra schickte, das damals unter venezianischer Kontrolle stand.cite-ref-noli-1993-28-23-2[21]

Im Jahr 1426 unterzeichnete Gjon zusammen mit seinen vier Söhnen Stanisha, Reposh, Konstantin und Georg eine Urkunde. In dieser Urkunde schenkte die Familie dem Kloster Hilandar auf dem Athos die Einnahmen von zwei Dörfern, Rostusha und TrebishtĂ«, im heutigen Nordmazedonien. Vielleicht im selben Jahr oder etwas spĂ€ter erwarben Gjon, Reposch, Konstantin und Georg von dem oben genannten Kloster den St. Georgs-Turm, auch ArbanaĆĄki pirg (albanischer Turm) genannt. Aus dem Fehlen von Stanisha in dem Dokument lĂ€sst sich schließen, dass er es war, der regelmĂ€ĂŸig mit seiner Armee den Sultan oder den Despoten von Serbien unterstĂŒtzte, mit denen Gjon von Zeit zu Zeit verbĂŒndet war.cite-ref-noli-1993-28-23-3[21]

1428 wurde Gjon erneut von den Osmanen besiegt und war gezwungen, mit dem Sultan Frieden zu schließen. Er schrieb an Venedig und bat darum, sich nicht zu Ă€rgern, wenn sein Sohn, der zum Islam konvertiert war, zusammen mit dem osmanischen Heer venezianisches Gebiet besetzen wĂŒrde. Venedig erwiderte, dass er als Vater seinen Einfluss auf seinen Sohn geltend machen solle, um ihn davon abzuhalten, die Republik zu belĂ€stigen. Es ist nicht bekannt, um welchen Sohn es sich handelt, aber es ist wahrscheinlich, dass es sich um Stanisha handelt.cite-ref-noli-1993-29-26-0[24]

Schließlich wurde Gjon in der Schlacht von Thessaloniki im Jahr 1430 erneut zum VerbĂŒndeten Venedigs. Gjon wurde wie die Venezianer von den Osmanen besiegt. Die Friedensbedingungen waren diesmal noch hĂ€rter: Vier seiner Burgen wurden zerstört und zwei in osmanische Garnisonen umgewandelt.cite-ref-27[25] Seine LĂ€ndereien wurden grĂ¶ĂŸtenteils unter osmanische Verwaltung gestellt und Gjon musste sich in das schmale Berggebiet zurĂŒckziehen, das ihm als Vasall ĂŒberlassen worden war. Gjon musste dem Sultan außerdem einen jĂ€hrlichen Tribut zahlen und ihm mit seinem Heer ĂŒberallhin folgen, wo er gebraucht wurde. Außer Reposh, der mittlerweile Mönch geworden war, dienten seine drei Söhne Stanisha, Konstantin und Georg als VerbĂŒndete in der osmanischen Armee. Dieser Zwangsdienst wurde in der NĂ€he der albanischen Grenze geleistet, von wo aus sie nach Beendigung ihrer Mission zurĂŒckkehrten. Nach der Niederlage in der Schlacht von Thessaloniki im Jahr 1430 konvertierten Gjon und seine drei Söhne zum Islam. Allerdings geschah dies nur scheinbar, wie Fan Noli berichtet. GemĂ€ĂŸ Papst Pius II. und dem Chronisten von Ragusa, Pietro Luccari, nahm Gjon selbst den muslimischen Namen Hamzacite-ref-noli-1993-29-26-1[24] an. Seine Söhne Stanisha und Georg nahmen den Namen Karaguscite-ref-28[26] bzw. İskender (Alexander, in Anlehnung an Alexander den Großen) an.cite-ref-29[27] Sein vollstĂ€ndiger Name war Yuvan oğlu İskender bey („İskender, Sohn des Yuvan“).

Skanderbeg als osmanischer Vasall

Um 1436 muss Skanderbeg als Timarcite-ref-30[28] in DibĂ«r oder auf den GĂŒtern von DhimitĂ«r Jonima im Dienst des Sandschakbey von Ohrid gestanden haben, denn er erschien bei diesem, um ihn um ein Wohlwollenszertifikat (ßefkatname) zu bitten, um das vakante Lehen Misia zu erhalten, das zuvor zum Besitz seines Vaters gehörte. Bis zu diesem Zeitpunkt wird Georg Kastrioti nur unter dem Namen İskender erwĂ€hnt. SpĂ€ter, zwischen 1436 und 1438, wurde er von der osmanischen Regierung zum Subashi (tĂŒrkisch: Subaßı) des Verwaltungsbezirks Kruja ernannt.cite-ref-31[29]cite-ref-32[30] Er erwarb den fĂŒr seine neue Rolle notwendigen Titel Beg und wurde so zum SkĂ«nderbeg(u), der modernen albanischen Form von SkĂ«nderbej/beu „Skanderbeg“.cite-ref-33[31]

Vom albanischen Historiker Marinus Barletius wird Georg folgendermaßen beschrieben: „groß, stark, perfekt geformter Körper mit klassischen GesichtszĂŒgen des illyrischen Bergvolkes, zu dem seine Familie gehörte.“ Georg unterschied sich durch FĂ€higkeit, Intelligenz und Kultur. In der Tat lernte er wĂ€hrend seiner Zeit am osmanischen Hof perfekt TĂŒrkisch, Arabisch, Griechisch, Italienisch, Latein und Kirchenslawisch.cite-ref-34[32]cite-ref-35[33]

Laut dem albanischen Historiker Kristo FrashĂ«ri geben drei osmanische Chronisten (Hoca Sadeddin Efendi, Sollak zade und Munecim Baßi) an, dass Skanderbeg im FrĂŒhjahr 1438 einen erfolglosen Aufstand organisierte und gezwungen war, den Sultan um „Vergebung“ zu bitten. Anschließend wurde er wieder osmanischer Vasall.cite-ref-36[34] Diese Tatsache wird durch Grundbuchdokumente bestĂ€tigt. Ende 1438 wurde nicht mehr Skanderbeg, sondern ein gewisser Hızır beg als Subashi in Kruja eingetragen. Es kann jedoch angenommen werden, dass Skanderbeg das Amt des Subashi in einem anderen Bezirk innehatte und in dieser Eigenschaft an den meisten osmanischen FeldzĂŒgen dieser Zeit teilnahm.cite-ref-37[35] Im Jahr 1439 eroberten die Osmanen Serbien und dessen Hauptstadt Smederevo. Im Jahr 1440 scheiterte die Belagerung von Belgrad und 1442 fand eine Offensive nördlich der Donau in der NĂ€he von Hermannstadt statt, wo die osmanischen Truppen von dem ungarischen GeneralkapitĂ€n Johann Hunyadi vernichtet wurden.cite-ref-38[36]

Im Jahr 1438 wurden Gjon Kastrioti und seine Söhne erneut EhrenbĂŒrger von Venedig. Die christlichen MĂ€chte Venedig und Ragusa versprachen Schutz und UnterstĂŒtzung, finanziell oder durch Lieferungen, im Falle einer Rebellion gegen den Sultan. Im Juli 1439 kehrten sie nach Ragusa zurĂŒck. Der Senat von Ragusa beschloss, den Namen Georg Kastrioti zunĂ€chst zu schreiben, strich ihn jedoch spĂ€ter durch.cite-ref-39[37] Fan Noli behauptet, dass Georg Kastrioti unter den Osmanen in Zeiten von Kriegen und FeldzĂŒgen den Beinamen Skanderbeg annahm. Bei seiner RĂŒckkehr in die Heimat wĂ€hrend eines Waffenstillstands oder einer Friedensperiode hĂ€tte er wieder seinen christlichen Namen angenommen. Deshalb erkannten ihn die Venezianer im Jahr 1438 als ihren VerbĂŒndeten und EhrenbĂŒrger an, da sie ihn fĂŒr einen Christen hielten. Im Gegensatz dazu lehnte ihn Ragusa im selben Jahr ab, da sie ihn fĂŒr einen Muslim hielten.cite-ref-40[38]

Nach dem Tod seines Vaters Gjon I. Kastrioti im Jahr 1442 erbte Georg das FĂŒrstentum seines Vaters ohne Festungen. Er wurde Vasall und „VerbĂŒndeter“ von Sultan Murad II. und zahlte diesem einen jĂ€hrlichen Tribut von 6.000 Dukaten.cite-ref-noli-1993-39-41-0[39]

Der Kampf um die albanische UnabhÀngigkeit

Obwohl Sultan Murad II. nach seinem Sieg in der Schlacht von Thessaloniki (1430) seine Macht in der albanischen Region fast ungehindert ausĂŒben konnte, erregte seine Verwaltung den Zorn der Bevölkerung, indem sie Steuern und andere Abgaben berechnete, die von den Bauern und Grundbesitzern geschuldet wurden. Dies fĂŒhrte zwischen 1432 und 1436 zu einer Reihe von bewaffneten AufstĂ€nden der Bauern gegen die Osmanen in Mittel- und SĂŒdalbanien, im Tal des Flusses Shkumbin und in der Gegend von Gjirokastra.cite-ref-42[40]

Als Andrea II. Thopia im Jahr 1432 eine kleine osmanische Streitmacht in Mittelalbanien besiegte, ermutigte er die anderen AnfĂŒhrer.cite-ref-fine-535-43-0[41] In der Zeit zwischen 1433 und 1436 schlugen die Rebellen Gjergj Arianiti, Andrea II. Thopia, Thopia Zenevisi und Nicola II. Dukagjini drei große osmanische Offensiven zurĂŒck. Gjergj Arianiti, Skanderbegs zukĂŒnftiger Schwiegervater, ĂŒbernahm 1433 das Kommando ĂŒber den Widerstand gegen die Osmanen und fĂŒgte ihnen im Kurvelesh eine erste Niederlage zu. Papst Eugen IV., Alfons I. von Aragon und Kaiser Sigismund stellten ihn daraufhin unter ihren Schutz. Im Jahr 1434 besiegte Gjergj Arianiti erneut ein osmanisches Heer in den engen TĂ€lern des Flusses Shkumbin. Nikola II. Dukagjini nutzte den Aufstand, um die Gebiete seines vorosmanischen FĂŒrstentums in Nordalbanien zurĂŒckzuerobern. Im Jahr 1435 belagerte und eroberte er Dagnum.cite-ref-44[42]

Die osmanischen Truppen unter General Turakhan Bey schlugen den Aufstand in den albanischen Gebieten nieder und verĂŒbten dabei zahlreiche Massaker an der Zivilbevölkerung.cite-ref-fine-535-43-1[41] Im Jahr 1438/39 kam es erneut zu KĂ€mpfen gegen die Osmanen. Gjergj Arianiti musste in das Gebiet von Skrapar und Tomorrica fliehen, wo er seinen Kleinkrieg gegen die Osmanen fortsetzte. Schließlich gewĂ€hrte Murad II. ihm stillschweigend das Gebiet zwischen den FlĂŒssen Shkumbin und Vjosa als seinen Herrschaftsbereich. Es folgte jedoch ein kurzer Frieden, denn 1443/44 griff Gjergj Arianiti erneut die Osmanen im Gebiet von Elbasan, Tepelena und Voskopoja an.cite-ref-45[43] Um die osmanische AutoritĂ€t zu stĂ€rken, ernannte Murad II. Georg Kastrioti und Yakup Bey Muzaka zu Subaschis von Kruja beziehungsweise zum Sanjak-Bey des Sandschaks Albanien. Die albanischen FĂŒrsten, die die osmanische SouverĂ€nitĂ€t akzeptierten, erhielten ihre vorosmanischen BesitztĂŒmer und GrenzbesitztĂŒmer sowie ein gewisses Maß an Autonomie, wĂ€hrend die anderen ins Exil geschickt wurden oder sich weiterhin am Guerillakrieg beteiligten.cite-ref-46[44]

Um seinen Staat zurĂŒckzuerobern, suchte der serbische Despot Đurađ Branković im Februar 1442 die UnterstĂŒtzung von Papst Eugen IV.cite-ref-noli-1993-39-41-1[39] Der Papst schickte daraufhin den pĂ€pstlichen Legaten Giuliano Cesarini zu WƂadysƂaw III., dem König von Polen und Ungarn, sowie zu Johann Hunyadi, dem ungarischen GeneralkapitĂ€n, um einen Kreuzzug gegen die Osmanen zu fördern. Es hat sich zunehmend die Meinung durchgesetzt, dass „der Schild gegen die UnglĂ€ubigen“ sich nicht auf das Byzantinische Reich, sondern auf Ungarn bezieht.cite-ref-47[45] Im MĂ€rz 1442 sandte Papst Eugen IV. Cristoforo Garatone (Garatoni) aus, um den Kreuzzug in Ungarn, Litauen, Moldawien, der Walachei und Albanien zu propagieren.cite-ref-noli-1924-40-48-0[46]cite-ref-49[47] SpĂ€ter, am 1. Januar 1443, rief Papst Eugen IV. in der Bulle alle Christen zum Kreuzzug auf, um Europa von den Osmanen zu befreien.cite-ref-noli-1924-40-48-1[46]cite-ref-50[48]

Dem byzantinischen Historiker Laonikos Chalkokondyles zufolge versuchten die ehemaligen albanischen FĂŒrsten nach der Niederlage der Osmanen in der Schlacht von NiĆĄ im November 1443, die von einem christlichen Heer unter der FĂŒhrung von Johannes Hunyadi besiegt worden waren, ihre Gebiete zurĂŒckzuerobern.cite-ref-51[49] Einer von ihnen war Georg Kastrioti Skanderbeg, der mit seinem Neffen Hamza Kastrioti und einer Armee von 300 Albanern die osmanische Armee verließ und die Burg Kruja zurĂŒckeroberte, was den Beginn eines 25-jĂ€hrigen Kampfes gegen das Osmanische Reich markierte.cite-ref-52[50]cite-ref-53[51]cite-ref-54[52]

GemĂ€ĂŸ dem Schriftsteller Marinus Barletius fand Skanderbeg nach seiner RĂŒckkehr nach Kruja viele FĂŒrsten versammelt, darunter vor allem seine Cousins mit ihren Vasallen. Insgesamt waren es etwa 12.000 bewaffnete MĂ€nner. Unter ihnen waren Musachio, genannt Angelino, der Sohn seiner Schwester Angjelina, Vladino Golem Comnenus Arianites, die BrĂŒder Gojco und Ivan Stresi, Söhne der Schwester Gjela, Paolo BalĆĄić, Gjin Muzaka, der erste Ehemann der Schwester Vlajka, sein Vater Gjin, Musachio Tophia und Stefan Crnojević, der Ehemann der Schwester Mara.cite-ref-55[53]

Am 6. Juni 1444 schrieb Murad II. an Skanderbeg und teilte ihm mit, dass er ihn aufgrund seiner Rebellion nicht wieder in den Besitz von Kruja einsetzen könne. Allerdings gestattete er ihm, den Staat seines Vaters zu behalten, unter der Bedingung, dass er ihm den von seinem Vater ordnungsgemĂ€ĂŸ erworbenen Teil Albaniens zurĂŒckgab. Skanderbeg lehnte diesen Vorschlag am 14. Juli 1444 ab und erklĂ€rte dem Sultan den Krieg, falls dieser nicht zum Christentum und insbesondere zum Katholizismus ĂŒbertreten wĂŒrde.cite-ref-56[54]

Der „OsmanenbekĂ€mpfer“

Liga von Lezha (1444)

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Hauptartikel

:

Liga von Lezha

Im Jahr 1444 lud Skanderbeg die albanischen FĂŒrsten zu einem Treffen in der venezianischen Stadt Lezha ein, um eine anti-osmanische Koalition zu bilden. Allerdings sind uns bis heute keine zeitgenössischen Berichte ĂŒber dieses Treffen ĂŒberliefert.cite-ref-schmitt-2009-57-57-0[55]

Erst etwa 70 Jahre spĂ€ter, zu Beginn des 16. Jahrhunderts, beschrieben Marinus Barletius, Demetrio Franco und Gjin Muzaka die Versammlung von Lezha, welche von Skanderbeg einberufen wurde. Oliver Jens Schmitt, Professor fĂŒr sĂŒdosteuropĂ€ische Geschichte an der UniversitĂ€t Wien, betont, dass es keinen Grund gibt, die Tatsache der Versammlung in Frage zu stellen. Allerdings ist bei der Untersuchung ihres politischen Inhalts Vorsicht geboten. Es ist anzunehmen, dass die drei Autoren weniger die tatsĂ€chlichen Ereignisse als vielmehr die Erinnerung an die heroische Vergangenheit beschrieben haben.cite-ref-schmitt-2009-57-57-1[55]

Sowohl Marinus Barletiuscite-ref-58[Anm. 3], als auch Gjin Muzakacite-ref-59[Anm. 4] und Demetrio Francocite-ref-60[Anm. 5], Zeitgenossen Skanderbegs, liefern eine Liste der Teilnehmer an der Versammlung und den Ort. Das Datum des Treffens wird jedoch nicht genannt.

GemĂ€ĂŸ Barletius nahmen an der Versammlung folgende Personen teil: „Ariannites Thopia Golemus, Andreas Thopia mit seinen Söhnen Comnino und Musachio sowie seinem Neffen Tanusio, Georg Stresius, sowie die BrĂŒder Nicolaus und Paulus Ducaginus und Lucas Zacharias“.cite-ref-61[56]

Gjin Muzaka berichtet, dass folgende Personen an der Versammlung teilgenommen haben: „Arainiti Comnino, Coico Bassa, Nicolo und Paulo Ducaguino, Ginno Mosachi, Andrea Thopia und Pietro Spani“.cite-ref-hopf-274-62-0[57]

Demetrio Franco behauptet, dass an der Versammlung „Aranith Connino, Andrea Thopia, Paolo und NicolĂČ Ducagino, Pietro Spano, Lech Dismano, Lech Zacharia und die Rektoren der Serenissima“ teilgenommen haben.cite-ref-63[58]

Der Erste, der behauptete, die Versammlung habe am „2. MĂ€rz 1444“ stattgefunden, war Giovanni Maria Biemmi, der zwei Jahrhunderte spĂ€ter, 1742, seine Biographie ĂŒber Scanderbeg vorlegte;cite-ref-64[59] aber 1931 und 1933 wurde Biemmi von dem Historiker und Orientalisten Franz Babinger und dem Bibliothekar Kurt Ohly als „FĂ€lscher“ entlarvt.cite-ref-65[60]

Als Versammlungsort nennen die Skanderbeg-Biographen Barletiuscite-ref-66[61], Muzakacite-ref-hopf-274-62-1[57] und Francocite-ref-67[62] die venezianische Stadt Lezha, die „30.000 Schritte von Kruja entfernt“ lag.cite-ref-barletius-34-68-0[63] Biemmi bestĂ€tigt nicht nur die Stadt Lezha, sondern fĂŒgt „in der Hauptkirche der Stadt“ hinzu.cite-ref-69[64]

Skanderbeg, der unbesiegbare Herrscher der Albaner,cite-ref-barletius-34-68-1[63] wurde einstimmig zum Oberbefehlshaber des Heeres der „Heiligen Liga“ gewĂ€hlt.cite-ref-70[65] Jedes Mitglied des BĂŒndnisses konnte den Umfang der finanziellen und militĂ€rischen UnterstĂŒtzung frei bestimmen.cite-ref-barletius-41-71-0[66]

Skanderbegs jĂ€hrliches Einkommen wurde auf rund 200.000 Golddukatencite-ref-barletius-41-71-1[66]cite-ref-hopf-274-62-2[57] geschĂ€tzt und setzte sich aus den BeitrĂ€gen der Herren der Liga, den EinkĂŒnften seines FĂŒrstentums und den Salinen des Campo Episcopo in der NĂ€he von San Nicola della Pietra nördlich von DurrĂ«s zusammen.cite-ref-72[67]

Schlacht von Torvioll (1444)

Um Skanderbegs Verrat zu bestrafen, beschloss Sultan Murad II., den albanischen Widerstand zu brechen, indem er eine 25.000 Mann starke Armee unter der FĂŒhrung von Ali Pascha gegen ihn schickte.cite-ref-73[68] Als Skanderbeg hörte, dass Ali Pascha im Anmarsch war, sammelte er sofort seine Armee und marschierte los. Bei Kashar, einem Dorf nahe Tirana, stellte er sein Heer auf, das aus 6.000 Infanteristen unter der FĂŒhrung von Marin Span und 7.000 Rittern unter der FĂŒhrung von Vrana Konti seines FĂŒrstentums sowie 2.000 Reitern der Kapedan der Liga bestand.cite-ref-74[69] Die Osmanen wurden am 29. Juni 1444 in der Schlacht von Torvioll vernichtend geschlagen.

Die Quellen sprechen von 120 Toten und 4.000 Verwundeten auf albanischer Seite, von 7.000 bis 10.000 Toten und 500 bis 2.000 Gefangenen auf osmanischer Seite.cite-ref-75[70]cite-ref-76[71]

Der Erfolg von Skanderbeg hatte eine große Resonanz ĂŒber die albanische Grenze hinaus und erreichte Papst Eugen IV., der sogar einen neuen Kreuzzug unter der Leitung von Georg gegen den Islam vorschlug.cite-ref-77[72] Andererseits war die Niederlage ein schwerer Schlag fĂŒr den Sultan, der sich der Gefahr eines neuen Kreuzzuges bewusst wurde und beschloss, seine ganze Kraft in die Unterwerfung Albaniens zu stecken.

Schlacht von Mokra (1445)

Ein Jahr spÀter kam es in der NÀhe des Mokra-Gebirges (heute Makedonski Brod in Nordmazedonien) zu einer neuen Schlacht. Die osmanischen Truppen unter Firuz Pascha, dem Woiwoden von Sitnica im Kosovo, marschierten gegen Albanien.cite-ref-78[73]

Der osmanische Befehlshaber brach mit 9.000 Reitern auf, wĂ€hrend Georg Kastrioti mit seinem 3.500 Mann starken Heer (2.000 Ritter und 1.500 Infanteristen) in einer Schlucht bei Prizren auf ihn wartete. Am 10. Oktober 1445, in der Schlacht von Mokra, wurden die Osmanen erneut vernichtend geschlagen. Der Sieg in der Mokra-Ebene erregte in Europa großes Aufsehen. Er wurde als Revanche fĂŒr die Niederlage von Warna gewertet, und es herrschte Erleichterung darĂŒber, dass nach dem besiegten Hunyadi ein neuer Verteidiger des Glaubens auf den Plan getreten war. Papst Eugen IV. schickte ihm Botschafter, die ihm seinen apostolischen Segen ĂŒberbrachten und bestĂ€tigten, dass Rom alles in seiner Macht stehende tun wĂŒrde, um die christlichen FĂŒrsten zur Zusammenarbeit gegen den gemeinsamen Feind, das Osmanische Reich, zu bewegen. Auch der König von Neapel, Alfons I., schickte seinen Botschafter Pietro Dieri als Gratulanten.cite-ref-79[74]

Schlacht von Otoneta (1446)

An die Stelle des in der Schlacht von Mokra gefallenen Firuz Pascia trat Mustafa Pascia, der ĂŒber ein Heer von 15.000 Rittern verfĂŒgte. Er hatte den Befehl, Skanderbeg nicht auf offenem Feld zu bekĂ€mpfen, sondern nur plötzliche ÜberfĂ€lle auf seine LĂ€ndereien, PlĂŒnderungen und Massaker zu unternehmen.cite-ref-noli-1993-68-80-0[75]

Das osmanische Heer schlug sein Lager bei Otoneta in der Oberen Dibra auf und zog von dort in alle Richtungen, um zu plĂŒndern und zu rauben. Skanderbeg nutzte diese Zersplitterung des feindlichen Heeres, um Mustafa Pascha mit 5.000 Mann anzugreifen und zu ĂŒberraschen. Mustafa Pascha wurde am 27. November 1446 in der Schlacht von Otoneta vernichtend geschlagen. Nach dieser Niederlage befahl Murad II. dem Mustafa-Pascha, sich auf die Verteidigung der Grenze zu beschrĂ€nken.cite-ref-noli-1993-68-80-1[75]

Am 13. Dezember 1447 teilte Alfons I. seinem Sohn Ferdinand, den Haupt- und Unteroffizieren, den Vasallen und den UniversitĂ  des Königreichs und insbesondere denen von Calabria Ultra, Capitanata, Terra di Bari und Terra d’Otranto, den Ratsmitgliedern und den Mitgliedern der königlichen Familie mit, dass Georg Kastrioti Skanderbeg, der gegen die Osmanen gekĂ€mpft hatte, um einige seiner Provinzen zurĂŒckzuerobern, die königliche Gastfreundschaft gewĂ€hrt worden war. Alfons erlaubte ihm nicht nur mit seiner Frau, seinen Kindern und seiner Familie in das Königreich Neapel zu kommen, sondern auch seine persönliche Habe mitzubringen. Außerdem befahl Alfons ihn nicht nur als Freund, sondern auch als Verwandten und Bruder des Königs zu empfangen.cite-ref-81[76]

Albanisch-Venezianischer Krieg (1447–1448)

Skanderbegs Unternehmungen beunruhigten jedoch die Venezianer, die ihren inzwischen stabilisierten Handel mit den Osmanen gefĂ€hrdet sahen und sich zunĂ€chst mit dem Sultan Murad II. gegen Georg Skanderbeg verbĂŒndeten. Die Schlacht vom 23. Juli 1448 vor den Toren Shkodras bedeutete die Niederlage der Venezianer, die sich rĂ€chten, indem sie die Festung der BalĆĄić dem Erdboden gleichmachten. Nach dem osmanischen Sieg bei Svetigrad am 31. Juli 1448, der den Osmanen den Weg ins Innere Albaniens öffnetecite-ref-82[77] und dem Scheitern der Balkankoalition mit Johann Hunyadi suchte Skanderbeg mit der UnterstĂŒtzung des katholischen Klerus Hilfe in Italien und in Dalmatien.cite-ref-83[78] Zwei Wochen spĂ€ter, am 14. August 1448, siegte Skanderbeg in der Schlacht von Oranik erneut ĂŒber die Osmanen.

Im Oktober desselben Jahres forderte der ungarische Befehlshaber Johann Hunyadi Skanderbeg zur Teilnahme am Kampf seiner Armee gegen die Osmanen im Kosovo auf. Skanderbeg konnte jedoch nicht an diesem Kampf teilnehmen, da er vom König von Serbien, Đurađ Branković, der sich mit Sultan Murad II. verbĂŒndet hatte, daran gehindert wurde.cite-ref-84[79]cite-ref-85[80] Aus diesem Grund rĂ€chte sich Skanderbeg mit der Zerstörung serbischer Dörfer auf seinem Weg, weil die Serben die christliche Sache verraten und ihn an der Teilnahme am Feldzug gehindert hatten.cite-ref-86[81]cite-ref-87[82] Als Skanderbeg Hunyadi erreichte, war dieser bereits von den Osmanen besiegt worden.cite-ref-88[83]

Der Albanisch-Venezianische Krieg (1447–1448) endete am 4. Oktober 1448 mit dem Frieden von Lezha. Anwesend waren Paolo Loredano (KapitĂ€n von Shkodra), Andrea Veniero (Provveditore in Albanien und Vertreter der Signoria von Venedig), Skanderbeg und NikollĂ« II. Dukagjini im Namen der anderen albanischen Herren. Als Zeugen waren der Bischof von Albanien, Andrea, und Giorgio Pellino, Abt der Abtei zur Heiligen Maria von Ratac, anwesend.cite-ref-89[84]cite-ref-90[85] Der Frieden wurde zu beiderseitigem Vorteil geschlossen und die Bedingungen waren wie folgt: Venedig behielt das Gebiet um Dagnum und Skanderbeg und seine mĂ€nnlichen Erben erhielten als EntschĂ€digung 1.400 Dukaten jĂ€hrlich; 1.500 Dukaten als Darlehen, um Johann Hunyadi im Krieg gegen die Osmanen im Kosovo zu unterstĂŒtzen und den jĂ€hrlichen Ankauf von „duecento cavalli carichi di sale, franchi di tasse, a Durazzo“ (200 mit Salz beladene Pferde, steuerfrei in Durazzo). Venedig verpflichtete sich im Falle eines Sieges der Osmanen alle albanischen Herren und ihre Untertanen, die von den Osmanen aus ihren jeweiligen LĂ€ndern vertrieben werden wĂŒrden, in seinen Herrschaftsgebieten aufzunehmen. Gjergj Arianiti wurde die BestĂ€tigung seiner Handelsprivilegien zuteil. Außerdem erhielt Skanderbeg von Venedig jedes Jahr zwei scharlachrote AnzĂŒge zu seiner Kleidung. Im Gegenzug verpflichtete er sich, jedes Jahr zwei Hasen und zwei Falken als symbolische Anerkennung der venezianischen Oberhoheit nach Venedig zu schicken.cite-ref-91[Anm. 6]cite-ref-92[86]

Erste Belagerung von Kruja (1450)

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Erste Belagerung Krujas

Den Osmanen gelang es jedoch nicht, sich dauerhaft in Mittel- und Nordalbanien festzusetzen. Im Juni 1450 griffen Murad II. und sein Sohn Mehmed Albanien mit ĂŒber 100.000 Soldaten an und belagerten die Festung Kruja.cite-ref-93[87]

Auch wenn die außergewöhnlichen Siege der Albaner den osmanischen StreitkrĂ€ften tiefe Wunden zugefĂŒgt hatten, so hatten die KĂ€mpfe auch die albanische Streitmacht geschwĂ€cht. Skanderbeg, der sich seiner eigenen Grenzen bewusst war, bot Kruja am 14. Oktober den Venezianern an. Trotz seiner Drohung, die Stadt den Osmanen zu ĂŒbergeben, lehnten diese das Angebot ab, da sie kein Interesse hatten, durch UnterstĂŒtzung der Albaner ihre guten Handelsbeziehungen zum Osmanischen Reich aufs Spiel zu setzen.cite-ref-94[88]

Am 26. Oktober beendete Murad II. die Belagerung. Dabei verlor er mehr als 20.000 Mann.cite-ref-95[89] Kruja sollte auch spÀter in den Jahren 1466, 1467 und 1478 angegriffen werden.

Abkommen von Gaeta (1451)

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Abkommen von Gaeta

Skanderbeg wandte sich daraufhin an den König von Neapel, Alfons von Aragon, und bat um Hilfe. Alfons von Aragon, selbst durch den osmanischen Druck beunruhigt, erkannte den erbitterten Kampf Kastriotis gegen die Osmanen an und sagte seine Hilfe zu.

Am 26. MÀrz 1451 wurde ein politisches Abkommen zwischen König Alfons I. von Aragon und Skanderberg unterzeichnet. Die Unterzeichnung erfolgte in Gaeta und wurde von zwei Botschaftern, Stefano, dem Bischof von Kruja, und Nikola de Bergugi, Ordensmann des Ordens des Heiligen Dominikus, vertreten.cite-ref-96[90]

Skanderbeg unterwarf sich dem König von Neapel als „hoher Herr“, ĂŒbergab in seinem und der Liga Namen ihr Hab und Gut in Albanien, deklarierte sich zum Vasallen des Königs, war bereit, ihm einen Tribut zu bezahlen und akzeptierte die Regierung seines Legaten. Als Gegenleistung erhielt er das Versprechen, die Liga von Lezha gegen das Osmanische Reich mit Munition, Truppen, Geld und VorrĂ€ten zu unterstĂŒtzen und zu beschĂŒtzen.cite-ref-monti-97-0[91] Der Vertrag legte fest, dass Alfons verpflichtet war, jede albanische Stadt, die in Gefahr war, zu verteidigen, wenn die Albaner militĂ€rische Hilfe vom Königreich Neapel benötigten. Nach der Befreiung Albaniens von der osmanischen Invasion sollte Skanderbeg Tribut zahlen und die Krone Aragons anerkennen. Trotzdem wĂŒrde er seine Autonomie und Selbstverwaltung behalten.

Im April 1451 ordnete Papst Nikolaus V. die Auszahlung des Geldes aus dem Jubeljahr 1450 an Skanderbeg an. Im MĂ€rz 1452 wurden in Ragusa in Anwesenheit zahlreicher Zeugen 4.893 Hyperpyra (byzantinische MĂŒnzen) an den BevollmĂ€chtigten Skanderbegs, Bischof Andreas Summa, ĂŒbergeben.cite-ref-98[92]

Schlacht von Modrič (1452)

Sultan Mehmed II., der Sohn und Nachfolger von Murad, erkannte die möglicherweise schwerwiegenden Folgen der Allianz zwischen den Albanern und dem Königreich Neapel. So entschied er sich zwei Armeen nach Albanien zu schicken.cite-ref-noli-1993-99-101-0[95]

Die Strategie von Befehlshaber Tulip Pascha bestand darin, Skanderbeg in die Zange zu nehmen. Einerseits sollte eine Armee von 10.000 Mann unter dem Kommando von Hamza Pascha ihn angreifen, andererseits sollte er selbst mit weiteren 15.000 Mann angreifen.cite-ref-noli-1993-99-101-1[95]

Am 21. Juli 1452 griff Skanderbeg Hamza Pascha mit einem Heer von 14.000 Mann in der NĂ€he von Modrič an und besiegte ihn nach einem kurzen Kampf. WĂ€hrend Hamza Bey gefangen genommen wurde, fiel Dalip Pascha in der Schlacht.cite-ref-102[96]

Im Jahr 1452 wandte sich König Alfons I. von Aragon an Giovanni Antonio Orsini del Balzo, FĂŒrst von Tarent, um mögliche albanische FlĂŒchtlinge in seinem Gebiet aufzunehmen, zu verteidigen und zu unterstĂŒtzen. Er sollte, sie in Lecce, Brindisi oder anderen seiner LĂ€nder anzusiedeln.cite-ref-103[97]

Das KrÀfteverhÀltnis Ànderte sich schlagartig im Mai 1453 mit der Eroberung von Konstantinopel durch Sultan Mehmed II. Nun ging es nicht mehr darum, einen Kreuzzug zu organisieren, sondern um die Schaffung einer defensiveren Koalition, um die muslimische Expansion in Europa zu stoppen. Unter diesen Bedingungen, die viele christliche Staaten betrafen, konnte sich auch Venedig nicht mehr entziehen.cite-ref-104[98]

Belagerung von Berat (1455)

In der Schlacht bei Berat im Juli 1455 auf dem Tomorr unterlag das albanische Kontingent unter Gjergj Arianiti, Karl Muzaka Thopia, der in der Schlacht fiel, Vrana Konti und Gjin II. Muzaka und Skanderbeg dem osmanischen Heer unter Isa Bey Evrenoz.cite-ref-105[99]cite-ref-106[100]

Nach dem Tod von Gjin II. Muzaka kurz nach der Schlacht wurde sein Land Tomornizza am Tomorr von Skanderbeg ohne RĂŒcksicht auf seine Kinder eingezogen. Dadurch wurde Skanderbeg faktisch Despot von Epirus und erhielt die Kontrolle ĂŒber seine Besitzungen, darunter Kruja, Mat, Dibra, Rotezo und Tomornizza.[3]

Als Gjin II. Muzaka kurz nach der Schlacht starb, wurde sein Land Tomornizza am Tomorr von Skanderbeg ohne RĂŒcksicht auf seine Kinder eingezogen, sodass Skanderbeg mit seinen Besitzungen (Kruja, Mat, Dibra, Rotezo, Tomornizza) faktisch Despot von Epirus war.cite-ref-107[101] Die Tormonizza kam erst wieder nach dem Tod von Skanderbeg im Jahr 1468 an die Muzaka zurĂŒck.cite-ref-108[102]

Andere osmanische Angriffe endeten fĂŒr die Osmanen in Niederlagen, wie zum Beispiel in der Schlacht von Polog am 22. April 1453 und in der Zweiten Zweite Schlacht von Oranik am 18. Mai 1456.

Papst Calixtus III. verlieh Skanderbeg den Titel „Athleta Christi“cite-ref-babinger-1978-153-2-1[1] (KĂ€mpfer des Christentums) und schickte ihm 1457 Geld, ernannte ihn zum KapitĂ€n eines Kreuzzuges und versprach ihm, zu versuchen, die Hilfe anderer Heere zu erhalten, darunter auch die von Venedig.cite-ref-109[103]

Schlacht von Albulena (1457)

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Schlacht von Albulena (1457)

Im Sommer 1457 marschierte Hamza Bey mit 50.000 Mann unter dem Kommando von Isak Bey Evrenoz nach Albanien.cite-ref-110[104]

Skanderbeg hatte eine Armee von 12.000 Mann. Er bat den Papst, den König von Neapel und die verbĂŒndeten Kapedan um Hilfe. Kallixtus III. schickte 200 Soldaten zusammen mit großen Mengen an Lebensmitteln und Munition, die VerbĂŒndeten 5.000 Soldaten und Geld. Alfonso I., der sich im Krieg mit den Genuesen befand, konnte keine UnterstĂŒtzung leisten.cite-ref-111[105]

Nachdem der Berg Tumenistos bei Kruja und andere Berge um Albulena eine Nacht lang von den Osmanen belagert wurden, griff Georg Kastrioti am 2. September von verschiedenen Punkten aus das osmanische Lager an. Es wurde kein Widerstand geleistet und die Niederlage der osmanischen Armee war vollstÀndig. Nach der Schlacht gab es auf Seiten der Osmanen um 20.000 Tote. Weitere 1.500 Personen wurden in Kriegsgefangenschaft genommen, darunter auch Hamza Bey.cite-ref-112[106]

Die militÀrischen Unternehmen im Königreich Neapel

Der Tod von Alfons I. von Aragonien am 27. Juni 1458 in Neapel markierte das Ende des aragonesischen Traums von einem Mittelmeerreich und der Hoffnung auf einen neuen Kreuzzug, bei dem Skanderbeg eine fĂŒhrende Rolle spielen sollte. Die Beziehungen zwischen Skanderbeg und dem Königreich Neapel setzten sich auch nach dem Tod von Alfonso I. von Aragon fort. Sein natĂŒrlicher Sohn und Nachfolger, König Ferrante (oder Ferdinand I.), wurde nicht von Papst Calixtus III., von RenĂ© von Anjou, dem König von Frankreich, und von den aufstĂ€ndischen Baronen anerkannt. Diese wurden vom FĂŒrsten von Tarent, Giovanni Antonio Orsini del Balzo, unterstĂŒtzt, der ein Mitglied des Hauses Anjou als Herrscher wollte. Damit begann ein Erbfolgekrieg, und Ferrante schien der Verlierer zu sein. Bis 1460 kam es auf allen Seiten zu Rebellionen. Ferrante verlor Apulien, Kalabrien, Lukanien, die Abruzzen und zwei StĂ€dte, nĂ€mlich Nola und Salerno im heutigen Kampanien. Loyal zu ihm blieben die StĂ€dte Neapel, Capova, Aversa, Gaieta, Troja und Barletta.cite-ref-nadin-214-113-0[107]

Skanderbeg hatte Kenntnis von den Unruhen in Italien und beschloss, Ferrante, dem Sohn von Alfonso I., zu Hilfe zu eilen. Er begann mit den Vorbereitungen.cite-ref-114[108] Am 9. Juni 1460 erschien sein Gesandter vor dem Rat von Ragusa und bat um Hilfe fĂŒr die Überfahrt nach Apulien.cite-ref-115[109] Zur gleichen Zeit reiste der Ritter Martin Muzaki nach Rom und legte Papst Pius II. die PlĂ€ne Skanderbegs fĂŒr Italien vor, woraufhin der Papst König Ferrante sofort informierte.cite-ref-116[110] Der Papst wirkte unschlĂŒssig. Einerseits begrĂŒĂŸte er Skanderbegs Absicht, zugunsten seines VerbĂŒndeten Ferrante zu intervenieren. Andererseits befĂŒrchtete er eine Pattsituation zwischen Skanderbeg und dem Sultan. Daher schrieb Papst Pius II. am 29. Juni 1460 an Skanderbeg, dass er solchen Verhandlungen nicht seinen Segen geben könne.cite-ref-parrino-495-117-0[111]

Die BefĂŒrchtungen des Papstes waren nicht unbegrĂŒndet, denn offenbar hatte der Sultan die Absicht, im Sommer 1460 10.000 Mann gegen Skanderbeg zu schicken, und im MĂ€rz 1461 ging man in Venedig davon aus, dass die Osmanen ĂŒber Serbien und das Gebiet des Königs Stephan von Bosnien gegen DurrĂ«s und von dort nach Rom ziehen wĂŒrden.

Unter diesen UmstÀnden entschied Skanderbeg, Albanien nicht zu verlassen. Stattdessen entsandte er eine Vorhut unter dem Kommando seines Neffen Konstantin, der wahrscheinlich der Sohn seiner Schwester Mamiza mit Musachi Thopia war.

Die MilitÀrkampagne unter Konstantin Thopia

Am 17. September 1460 landete Konstantin, „ein hĂŒbscher junger Mann von 22 bis 23 Jahren, mit zwei Schiffen mit Besatzung und Pferden“cite-ref-118[112] in den apulischen HĂ€fen von Barletta und Trani.cite-ref-119[113]

Der spanische Soldat Joan Antoni de Foxa, von 1458 bis 1461 Kastellan von Trani, und andere WĂŒrdentrĂ€ger bereiteten den 450 albanischen Rittern einen ehrenvollen Empfang und wiesen ihnen ihre Quartiere zu.cite-ref-parrino-495-117-1[111]

Der Krieg um die neapolitanische Krone wurde mit eher kleinen Heeren gefĂŒhrt; an vielen Schlachten nahmen nur etwa 100 Kavalleristen und 400 bis 600 Infanteristen teil; die 450 Ritter Konstantins, obwohl sie keine gepanzerten Ritter waren, verschoben das KrĂ€fteverhĂ€ltnis.cite-ref-120[114]

Am 1. Oktober 1460 schrieb der mailĂ€ndische Botschafter Antonio Da Trezzo von Neapel: „
 in Trani und Barletta sind Personen zu Pferd und zu Fuß angekommen. Sie wurden von Skanderbeg zugunsten des Königs geschickt 
“cite-ref-monti-97-1[91]cite-ref-121[Anm. 7]

Skanderbegs Neffe Konstantin kĂ€mpfte in den Ebenen Apuliens. König Ferrante berichtete am 18. Dezember 1460 dem Herzog von Mailand, dass die „Albaner in Apulien große Unordnung verursachen“ und Konstantin mit den Mannschaften von Venosa, Barletta und Trani zusammenarbeitete. Anfang Februar 1461 deckten die albanische Kavallerie und Soldaten aus Trani und Barletta die Nachhut von Alfonso DĂĄvalos y Tova (Bruder von Innico I. d’Avalos), dem spanischen Hauptmann von Ferrante.cite-ref-122[115]

Im MĂ€rz 1461 gelang Francesco II. del Balzo, Herzog von Andria, zusammen mit den albanischen Rittern und dem aragonesischen Offizier Bernabo de la Mara ein bemerkenswerter Erfolg: Sie besiegten Ercole d’Este (Hauptmann der Anjou, spĂ€ter Herzog von Ferrara) auf dem Gargano und nahmen 30.000 Dukaten, der Haupteinnahmequelle der Anjou, der sogenannte „Dohana delle pecore“ (Schafszoll), mit der sie ihren AnfĂŒhrer Jacopo Piccinino bezahlten.cite-ref-123[116] Auf lange Sicht sollte Ferrante von diesem Sieg profitieren, aber auf kurze Sicht blieb seine Lage ungĂŒnstig.

Ferrante, der sich noch immer in der Burg Barletta aufhielt, war von Piccininos Truppen umzingelt und konnte weder Nachschub noch militĂ€rische VerstĂ€rkung erhalten.cite-ref-nadin-214-113-1[107] Anfang 1461 kam ein Botschafter Ferrantes, Marco Caravaggio, nach Kruja, um Skanderbeg offiziell um Hilfe gegen die Franzosen und die neapolitanischen Barone zu bitten. Aus diesem Grund hielt es Skanderbeg zu diesem Zeitpunkt fĂŒr unumgĂ€nglich, die Differenzen mit dem Sultan beizulegen. Mit Mehmed II. verhandelte er ĂŒber einen Waffenstillstand, mit Ragusa ĂŒber einen Zufluchtsort, mit Pius II. ĂŒber finanzielle Hilfe. Am 27. April desselben Jahres schloss Skanderbeg mit den Osmanen einen Waffenstillstand: Jede Partei behielt die Gebiete, die sie zu diesem Zeitpunkt besaß, und die Handelsbeziehungen sollten wieder aufgenommen werden.cite-ref-124[117]

Im Juni 1461 erschien der Gesandte Skanderbegs bei König Ferrante und ĂŒberbrachte die Nachricht, dass „Skanderbeg, um das zu tun, was er immer gewollt hatte, mit den Osmanen einen Waffenstillstand fĂŒr sechs Monate geschlossen hatte und anbot, persönlich mit 1000 Rittern und 2000 Mann oder BogenschĂŒtzen, die auf eigene Kosten bezahlt wĂŒrden, zum König zu kommen, zusĂ€tzlich zu dem Geschwader, das sich bereits in Apulien befand; und wenn Seine MajestĂ€t wĂŒnschten, dass er mit mehr kĂ€me, so wĂŒrde er mit mehr kommen; außerdem sei er immer bereit zu ĂŒbersetzen, wann immer der König wĂŒnsche, dass er komme.“cite-ref-125[118]cite-ref-126[119]

In der Zwischenzeit war Skanderbeg voll und ganz mit der Aufstellung und dem Aufmarsch seiner Armee beschĂ€ftigt; er versammelte etwa 3.000 Mann, die er nach Ragusa fĂŒhrte. Dort versuchten seine UnterhĂ€ndler, genĂŒgend Schiffsraum zu bekommen, um ĂŒberzusetzen.cite-ref-127[120]

Italien widmete dieser AufrĂŒstung große Aufmerksamkeit, da König Ferrante ungeduldig auf albanische Hilfe wartete. Die Ankunft Skanderbegs wurde zwar vorzeitig gemeldet, die Verlegung verzögerte sich jedoch, wohl auch deshalb, weil Skanderbeg seine MĂ€nner versorgen wollte und dafĂŒr große Mengen an eigenem Getreide bereitstellen musste und außerdem keine Schiffe fĂŒr die Überfahrt zur VerfĂŒgung standen.cite-ref-128[121]cite-ref-129[122]

Die MilitÀrkampagne unter Skanderbeg

Skanderbeg, der am 27. April 1461 einen Waffenstillstand mit den Osmanen abgeschlossen hatte, schiffte sich im August 1461 nach Ragusa (Dubrovnik) ein, wo er am 17. vom Senat empfangen wurde, der ihm einen Zuschuss versprach, dessen Höhe nach der Intervention vom Heiligen Stuhl entschieden werden sollte. In Ragusa traf Skanderbeg auch Jacopo PerpiniĂ  (d. h. Jaume de PerpinyĂ ), den Gesandten Ferrantes. Ragusa verkaufte Skanderbeg die VorrĂ€te fĂŒr sein Heer, und von Ragusa erhielt Skanderbeg auch die fĂŒr den Kreuzzug vorgesehenen Mittel.cite-ref-130[123]

Die Überfahrt erfolgte in zwei Etappen. Am 25. August 1461 landete Gojko BalĆĄić (Sohn von Skanderbegs Schwester Gjela und Paul BalĆĄić) mit 500 Pferden und 1000 Fußsoldaten in Barletta, wo König Ferrante belagert wurde.cite-ref-131[124]

Der mailĂ€ndische Botschafter Antonio Da Trezzo von Neapel schrieb am 25. August an den Herzog von Mailand, Francesco I. Sforza: „Heute Morgen sind hier im Hafen, außer den anderen, die schon angekommen sind, fĂŒnf Schiffe voll mit Skanderbegs Leuten und Pferden angekommen; auch sein Neffe Coyco (Gjoko) ist dabei. Außerdem wird berichtet, dass Skanderbeg mit dem Rest der Leute Ragusa erreicht hat, und wenn nichts dazwischenkommt, wird er morgen oder ĂŒbermorgen hier sein.“cite-ref-132[Anm. 8]

Das genaue Datum der Ankunft von Skanderbeg mit den anderen Truppen in Apulien ist unbekannt. Nach Marin Barleti soll er wegen eines Sturmes nach einer achttĂ€gigen Pause auf einer Insel in Apulien angekommen sein.cite-ref-133[125] Am 3. September war Skanderbeg mit weiteren 500 Infanteristen (darunter Gjin Muzaka, Andrea Zaccaria, Giurizza Vladeno, Moise da Dibra und andere Hauptleute) und 100 BogenschĂŒtzen bereits in Baruli (Barletta).

Der italienische Historiker Angelo Di Costanzo (1507–1591) berichtet: „wenn in jenen Tagen Gjergj Kastrioti mit Nachnamen Scanderbech, der damals sehr berĂŒhmt war, was er gegen die TĂŒrken gemacht hat, nicht plötzlich mit einer guten Anzahl von Schiffen, 700 Pferden und 1000 erfahrenen Infanteristen aus Albanien gekommen wĂ€re. Er war sich bewusst, als der TĂŒrke ein paar Jahre vorher kam, um ihn in Albanien, wo er die Herrschaft hatte, anzugreifen, König Alfons ihm Hilfe geschickt hatte, fĂŒr die er sich gegen die TĂŒrken verteidigen konnte. Da er gehört hatte, dass König Ferrante durch so viel Krieg ĂŒberlastet war, wollte er auf diese Art und Weise kommen, um ihn zu retten, und sein Kommen war so wirkungsvoll, dass [der Feldherr NiccolĂČ] Piccinino und Graf Giulio [Antonio d'Acquaviva] zusammen sich nicht trauten, dem König in der Schlacht zu erscheinen 
“cite-ref-134[126]

Der Italienfeldzug hatte begonnen. Wahrscheinlich wegen der Ankunft Skanderbegs, aber auch wegen des Herannahens Alessandro Sforzas und seiner Truppen, zogen sich Jacopo Piccinino und der FĂŒrst von Tarent acht Meilen vor Barletta in die WeingĂ€rten von Andria zurĂŒck, um sich in Sicherheit zu bringen.cite-ref-135[127]

Skanderbeg wurde vom König mit allen Ehren empfangen. WĂ€hrend der König Barletta verließ, blieben Skanderbeg und Alfonso DĂĄvalos y Tova (der spanische KapitĂ€n von Ferrante) dort.cite-ref-136[128] Kurz darauf, Anfang Oktober, errangen Skanderbegs Truppen ihren ersten Sieg: Alvise Minutolo, Herr und Kastellan von Monte Sant'Angelo (Foggia), wurde gefangen genommen; „einer der Albaner wollte ihn töten“, woraufhin der EingeschĂŒchterte seine Frau und seine Kinder aufforderte, sich zu ergeben.cite-ref-137[129]

Francesco Sforza, Herzog von Mailand, gratulierte dem König und auch Königin Isabella in einem Brief vom 12. September 1461 zur erfolgreichen Wende des Krieges. Skanderbeg war zu dieser Zeit ein bekanntes Thema. Isabella erwÀhnte ihn in ihrer Antwort an den Herzog vom 14. September 1461. Skanderbeg befand sich zu diesem Zeitpunkt in Barletta, wÀhrend Alfonso Dåvalos y Tova nach Andria gezogen war, Pirro del Balzo, Herzog von Venosa, nach Minervino und Alessandro Sforza noch nicht eingetroffen war.cite-ref-138[130]

Skanderbegs Infanteristen und Ritter waren leicht bewaffnet, um schnelle und plötzliche Bewegungen zu ermöglichen. Im Gegensatz dazu behinderten die traditionellen schweren italienischen Verteidigungspanzer die Bewegung und Aktion. Die albanischen Truppen und die von König Ferdinand vermieden einen frontalen Zusammenstoß und es kam zu zahlreichen spontanen ScharmĂŒtzeln mit den nĂ€chstgelegenen Truppen. Anfang Oktober 1461 trat Skanderbeg gegen Giovanni Antonio Orsini del Balzo, den FĂŒrsten von Tarent, an.cite-ref-139[131]

WĂ€hrend des gesamten Oktobers belagerten Skanderbeg und Alfonso DĂĄvalos y Tova den FĂŒrsten von Tarent von ihren StĂŒtzpunkten in Barletta und Andria in Apulien aus. Gleichzeitig rĂŒckten die Hauptleute von Ferrante nach Kalabrien vor und unterwarfen das Gebiet von Cosenza, einschließlich Castrovillari. SpĂ€ter sollten sich in diesem Gebiet Albaner niederlassen. Andererseits drang Skanderbeg in das Gebiet des FĂŒrsten ein und nahm einige Adlige mit sich, wie Luca Sanseverino, Herzog von San Marco, und Roberto Sanseverino, Graf von San Severino.cite-ref-140[132] Am 27. Oktober kĂŒndigte Skanderbeg unter anderem die Eroberung der Provinz Gesualdo in Kampanien an.cite-ref-141[133]

Anfang Dezember entkam Skanderbeg einem Hinterhalt, als er den abtrĂŒnnigen Kastellan von Trani, Joan Antoni de Foxa, gefangen nahm. Joan Antoni de Foxa war im Gefolge der Aragonier bei der Eroberung und Stabilisierung des Königreichs Neapel gegen die französischen Anjou nach Italien gekommen und hatte sich bei der blutigen Niederschlagung des Aufstandes um König Ferrante verdient gemacht, doch seine LoyalitĂ€t begann zu schwinden, als die Zahlungen aus der königlichen Schatzkammer immer spĂ€rlicher wurden. Dies fĂŒhrte dazu, dass er sich immer mehr mit dem FĂŒrsten von Tarent verbĂŒndete, der sich gegen die Krone stellte und von dem er sich spĂ€ter die RĂŒckzahlung der ihm geschuldeten Summen erhoffte. Nach der Verhaftung von Joan Antoni de Foxa eroberte Skanderbeg die Stadt Trani kampflos und ernannte einen Katalanen zum Kommandanten, der Frau und Kinder in Albanien hatte; die albanischen Krieger zogen in die Burg ein.cite-ref-142[134]

Der Guerillakrieg setzte sich fort. Im Dezember 1461 schlossen sich Skanderbeg und die aragonesischen Partisanen mit ihren Truppen dem Heer von Alessandro Sforza an, nachdem sie wochenlang das Feindesland geplĂŒndert hatten.cite-ref-143[135] In einer Urkunde vom 18. Januar 1462 wurde Skanderbeg als Generalleutnant des Königs in Apulien bezeichnet.cite-ref-144[136]

Skanderbegs militĂ€rische Expedition nach Italien endete Anfang Januar 1462, als Mehmed II. siegreich aus Ostkleinasien zurĂŒckgekehrt war und Warnungen darauf hindeuteten, dass der Sultan den Waffenstillstand brechen wĂŒrde. Aus diesem Grund entschied sich Skanderbeg, nach Hause zurĂŒckzukehren und auf bessere Zeiten zu warten (poy retornare al bono tempo). Anfang Februar traf Skanderbeg in Ragusa ein, nachdem er den Großteil seiner MĂ€nner in Apulien zurĂŒckgelassen hatte.cite-ref-145[137]

Das KriegsglĂŒck wendete sich am 18. August 1462 in Apulien mit der Schlacht auf den HĂŒgeln zwischen Orsara und Troia zu Gunsten von Ferrante I., wo König Ferrante und Alessandro Sforza mit albanischen Truppen ihren Gegnern eine endgĂŒltige Niederlage zufĂŒgten, den von Giovanni Antonio Orsini del Balzo angefĂŒhrten Aufstand der lokalen Barone zu unterdrĂŒcken und den Thron von König Ferdinand von Aragon zu sichern. der Anjou-Johannes II. nach Frankreich floh.cite-ref-146[138] Giovanni Antonio Orsini del Balzo kam zwischen dem 14. und 15. November 1463 unter mysteriösen UmstĂ€nden ums Leben.cite-ref-147[139]

Giovanni Antonio hinterließ keine rechtmĂ€ĂŸigen Erben. Die formelle Erbin des FĂŒrstentums Tarent war Isabella, die Nichte des FĂŒrsten. Sie war die Tochter von Caterina Orsini del Balzo und Tristan de Clermont und die Ehefrau von König Ferdinand I. Allerdings verstarb sie im Jahr 1465. Infolgedessen wurde das FĂŒrstentum Tarent in das Königreich Neapel integriert.cite-ref-148[140]

Nach der Schlacht von Orsara beschlossen viele Soldaten Skanderbegs, sich dauerhaft in Italien niederzulassen, wo ihnen ihre Verwandten folgten. Sie riefen auch andere Familien aus Albanien zurĂŒck, was ihnen von König Ferdinand erleichtert wurde, der ihnen Land zur Ansiedlung an Orten gewĂ€hrte, an denen er noch Rebellionen befĂŒrchten musste.

So entstanden die Arberëshë-Siedlungen Ururi (nach 1456), Campomarino (1461), Castelluccio dei Sauri (1461), Greci (1461), Casale (1462, nicht mehr erhalten), Portocannone (ca. 1462), Serracapriola (1462), Castelnuovo della Daunia (1464), Casalvecchio di Puglia (nach 1464), Casalnuovo Monterotaro (1466), Chieuti (1468).

Auch in der Terra di Bari entstanden weitere Siedlungen. Die Albaner, die sich hier niederließen, wurden allmĂ€hlich absorbiert oder wanderten in weiter im Landesinneren gelegene Gebiete in Richtung Basilikata und Kalabrien aus.

Die RĂŒckkehr auf den Balkan

Unterdessen ließ der Druck Mehmeds II. in Albanien nicht nach. Im Jahr 1462 entsandte er in rascher Folge drei Heere, die jedoch nur Misserfolge zu verzeichnen hatten. Im April 1463 kam es zu einem weiteren Waffenstillstand in ÜskĂŒb.

Die zweite Belagerung von Kruja (1466–1467)

Im FrĂŒhling 1466 setzte sich ein 200.000 Mann starkes osmanisches Heer (nach anderen Quellen wird die Zahl auf 300.000 angegeben) zur zweiten Belagerung der Hauptstadt Kruja in Bewegung. Ende Mai meldete ein Bote aus Ragusa eine durch Verrat herbeigefĂŒhrte Niederlage Skanderbegs und das Blutvergießen an vielen Christen. Ein ungeheurer Schrecken erfasste die Italiener und der Florentiner Piero de’ Medici versprach Hilfe. Papst Paul II., der Skanderbeg schon vorher unterstĂŒtzt hatte, sandte aufs neue Geldsummen und versĂ€umte dabei nicht, die christlichen MĂ€chte auf die BedrĂ€ngnis der Christenheit und auf die unaufhörlich aus dem Osten ankommenden FlĂŒchtlinge aufmerksam zu machen. Außerdem forderte er die MĂ€chte zur Abwehr auf.

„Nicht ohne ThrĂ€nen kann man jene Schiffe ansehen, die von der Albanischen KĂŒste her sich in die italienischen HĂ€fen flĂŒchten, jene nakten, elenden Familien, die, aus ihren Wohnungen vertrieben am Gestade des Meeres sitzen, die HĂ€nde zum Himmel ausstreckten und die Luft mit Wehklagen in einer unverstandenen Sprache erfĂŒllen.“ (Papst Paul II.: cite-ref-149[141]) Mit welcher Freigebigkeit Paul II. die UnglĂŒcklichen unterstĂŒtzte, beweisen die RechnungsbĂŒcher seiner Regierung.

GlĂŒcklicherweise bestĂ€tigten sich die Schreckensnachrichten ĂŒber das Schicksal Albaniens nicht. Kruja war durch die Tapferkeit seiner Verteidiger unbezwingbar. Skanderbeg beschrĂ€nkte sich auf den Kleinkrieg, der sich schon so oft bewĂ€hrt hatte: in den WĂ€ldern des Berges Tumenistos bei Kruja nahm er sichere Stellung und ermĂŒdete von da aus das tĂŒrkische Heer solange durch ÜberfĂ€lle, Scheinangriffe und Scheinflucht, bis der Sultan, der weder durch Bestechung noch durch ehrlichen Kampf etwas bewirken konnte, in die Winterquartiere nach Konstantinopel abziehen musste. Er ließ den osmanischen Kommandeur albanischer Abstammung, Ballaban Badera, mit 80.000 MĂ€nnern vor Kruja zurĂŒck und hoffte, Kruja durch Blockade und Aushungerung erobern zu können.

Das Schicksal Albaniens hing von der Rettung der Festung Kruja ab, die Ballaban durch eine militĂ€rische Befestigungsanlage eingeschlossen hatte. Die Albaner und Venezianer aber waren nicht in der Lage, die Hauptstadt alleine zu retten. So entschloss sich Skanderbeg, persönlich nach Italien zu eilen, um in Rom und Neapel Geld und Waffen fĂŒr seinen Osmanenkrieg zu erbitten.cite-ref-150[142]

In die Heimat zurĂŒckgekehrt, wurden die Osmanen im April 1467 geschlagen und Ballaban Baderas Bruder, Konstantin, gefangen genommen. Bald darauf errang Skanderbeg einen zweiten Sieg: Ballaban fiel, worauf die Truppen die Flucht ergriffen. Aber die Gefahr war noch nicht vorĂŒber. Eine weitere osmanische Armee erschien im Sommer 1467, mit der Skanderbeg das ganze Jahr hindurch Gefechte zu bestehen hatte.

Skanderbeg in Italien

Skanderbeg in Neapel (1464)

Im FrĂŒhjahr 1464 kehrte Skanderbeg nach Rom zurĂŒck, wĂ€hrend Pius II. sich fieberhaft auf den Kreuzzug vorbereitete, der durch seinen Tod im August desselben Jahres abgebrochen wurde. Es ist ĂŒberliefert, dass er am 14. April in Neapel persönlich den Lehnseid auf Ferrante I. ablegte.cite-ref-151[143]

Bei dieser Gelegenheit bewilligte Ferrante Skanderbeg eine jĂ€hrliche VergĂŒtung von 1200 Dukaten, von denen nicht festgestellt werden kann, wie viel tatsĂ€chlich nach Albanien geschickt wurde.cite-ref-152[Anm. 9]cite-ref-153[144] Nur eine einzige Zahlung Ferrantes ist sicher belegt, und zwar die Zahlung von 1.000 Dukaten, die er seinem Vasallen im Herbst des Jahres 1467 zukommen ließ.

Das Verhalten der italienischen Staaten gegenĂŒber dem Sultansfeldzug Skanderbegs, der auch Italien bedrohte, ist nur vor dem Hintergrund der inneritalienischen VerhĂ€ltnisse zu verstehen. Der ĂŒberraschende Tod des Herzogs von Mailand Francesco Sforza im MĂ€rz 1466 hatte das Machtgleichgewicht in Italien erschĂŒttert. FĂŒr Skanderbeg waren der neapolitanisch-venezianische Antagonismus in der sĂŒdlichen Adria und die feindliche Haltung des Papstes gegenĂŒber Venedig besonders verhĂ€ngnisvoll. Die drei Staaten, die ihm in den vergangenen Jahren geholfen hatten, blockierten sich nun gegenseitig. Kurzfristig hatten die Staaten Italiens Skanderbeg aus Eigeninteresse im Stich gelassen. Skanderbeg konnte nur auf UnterstĂŒtzung hoffen, wenn sich eine Schutzmacht Vorteile im italienischen Machtkampf erhoffte.cite-ref-schmitt-2009-272-154-0[145]

Skanderbeg in Venedig (1466)

Im MĂ€rz 1466 wandte sich Skanderbeg an Venedig, welches ihm Mittel anbot, um albanische KĂ€mpfer zu rekrutieren. Allerdings wurde dieser Plan nicht umgesetzt. Die Signoria schĂŒtzte Shkodra. Ihr Flottenadmiral, Vettore Capello, gab Skanderbeg auf Anweisung des Senats lediglich RatschlĂ€ge. Durres verteidigte sich selbst, wĂ€hrend Kruja dank der Söldner von König Ferrante gehalten wurde. Am 4. Juni 1466 beschloss der venezianische Senat, keine weiteren Galeeren nach Albanien zu schicken. Der Senat forderte Ferrante und den Papst auf, dem verzweifelten Skanderbeg Hilfe zu leisten. Im Juni 1466 wurde Giovanni Matteo Contarini, der neue Gouverneur von Shkodra, damit beauftragt, Skanderbeg zu trösten und zu untersuchen, wo die 2.000 Dukaten verblieben sind, die einst fĂŒr die Anwerbung albanischer Truppen vorgesehen waren.cite-ref-schmitt-2009-272-154-1[145]

Skanderbeg und Rom (1466)

Am 11. Mai 1466 wurden die Hilfsgesuche Albaniens im Konsistorium erörtert. FĂŒnf Tage spĂ€ter drĂ€ngte der venezianische Gesandte beim Heiligen Stuhl, Bernardo Giustiniani, den Papst zum Einschreiten.cite-ref-schmitt-2009-272-154-2[145] Im Juni 1466 trafen Gesandte aus Albanien, Venedig und Neapel in Rom ein und forderten den Papst auf, zur „albanischen Frage“ Stellung zu nehmen. Der Papst ĂŒberreichte Skanderbeg 2.000 Dukaten und lud den venezianischen Klerus nach Rom ein, um ĂŒber den TĂŒrkenkrieg zu sprechen. Mitte Juni 1466 informierte ein Franziskanermönch den Papst ĂŒber die Notlage in Albanien und bat um finanzielle UnterstĂŒtzung. Der Papst versprach eine Expeditionsstreitmacht von 8.000 Mann aus allen italienischen Staaten. Skanderbeg hatte jedoch dringend darum gebeten, keine Truppen in ein hungerndes und verwĂŒstetes Land zu schicken, sondern wirtschaftliche Hilfe. Der Papst Ă€ußerte sich nicht nĂ€her zu Skanderbegs Plan, die verlorenen Gebiete zurĂŒckzuerobern, sondern verschob die Angelegenheit auf das folgende Jahr. Am 1. Juli 1466 kĂŒndigte er an, ein Treffen aller italienischen Staaten einzuberufen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Damit endete der pĂ€pstliche Beitrag zur Hilfe fĂŒr Albanien.cite-ref-155[146]

König Ferrante von Neapel war direkt vom osmanischen Vormarsch betroffen, ebenso wie Venedig. Die Spannungen mit Venedig und dem Kirchenstaat sowie die SchwĂ€chung der Herrschaft Ferrantes nach den Wirren der Thronfolge schrĂ€nkten seinen Handlungsspielraum erheblich ein. Zum Schutz entsandte er 200 MĂ€nner nach Kruja, da die Burg die apulische KĂŒste schĂŒtzte. Ferrante berichtete ĂŒber die Ereignisse in Albanien an die italienischen Höfe, um sie auf die schwierige Lage auf der anderen Seite der Adria aufmerksam zu machen. Anfang Juni 1466 beauftragte er schließlich seinen Gesandten in Rom, den Papst zu drĂ€ngen. Im Juni empfing er auch den Gesandten von Skanderbeg, Martin Muzaki. Anfang Juli plante Ferrante eine persönliche Reise nach Apulien, um die Verlegung von Hilfstruppen nach Albanien zu ĂŒberwachen. Diese Truppen ĂŒberquerten die Adria und unterstĂŒtzten Skanderbeg bei seinen kurzfristigen Erfolgen.cite-ref-156[147]

Skanderbeg wandte sich in seiner Verzweiflung an Matthias Corvinus, den Sohn seines alten VerbĂŒndeten Johann Hunyadi. Seit Beginn des Krieges gegen die Osmanen gab es einen regen Austausch von Gesandten zwischen König Matthias Corvinus und Skanderbeg. Nach dem gescheiterten Vorstoß in Bosnien (1464) hielt sich der ungarische Monarch jedoch zurĂŒck.cite-ref-schmitt-2009-276-157-0[148]

Im Herbst 1466 befand sich Skanderbeg in einer Ă€ußerst ungĂŒnstigen Lage. Der Papst hatte sich gegen Venedig gestellt und verfolgte eine Politik des Zögerns im Hinblick auf den Osmanenkrieg. Aus diesem Grund beschloss Skanderbeg, persönlich nach Italien zu reisen, um in seiner Not um Hilfe zu bitten. Skanderbeg hinterließ ein zerstörtes Land, das von seinen Gegnern, den Osmanen, abtrĂŒnnigen albanischen Herren und Venedig beherrscht wurde. Skanderbeg schickte auch seinen elfjĂ€hrigen Sohn Gjon II. nach Venedig. Dort sollte der junge venezianische Patrizier die Signoria um UnterstĂŒtzung bitten.cite-ref-schmitt-2009-276-157-1[148]

Gjon II. Kastrioti in Venedig (1466)

Im Oktober 1466 begaben sich die Kastrioti auf See. Am 9. September erschien Gijon, der Sohn von Skanderbeg, vor dem venezianischen Senat. Der Resident von Mailand berichtete jedoch seinem Herzog, dass die Venezianer nichts geben wĂŒrden, da sie erschöpft seien. Venedig schob die Verantwortung auf den Papst ab und forderte ihn auf, den Albanern zu helfen.cite-ref-schmitt-2009-276-157-2[148]

Skanderbeg in Rom (1466)

Am 27. November 1466 wurde in Rom bekannt, dass Skanderbeg in Apulien gelandet war.cite-ref-158[149] Eine Quelle aus dem Archiv der Markgrafen von Mantua zeigt, dass Skanderbeg sich nicht sofort nach Rom begab, sondern nach Neapel.cite-ref-159[150] Skanderbeg teilte König Ferrante mit, dass er seine Verteidigung aufgeben mĂŒsse, wenn er nicht innerhalb von sechs Monaten UnterstĂŒtzung fĂŒr die beiden verbliebenen Burgen erhalte.cite-ref-160[151] Der König versprach UnterstĂŒtzung, wies jedoch auf die schwierigen Bedingungen in Italien hin. Da er von Neapel keine UnterstĂŒtzung mehr erwarten konnte, setzte Skanderbeg seine Reise nach Rom fort, wo er am 12. Dezember eintraf.cite-ref-161[152]

In Rom wurde er mit seinem Gefolge von 50 Rittern ehrenvoll empfangen. „Es ist ein alter Mann in den sechziger Jahren; er kam mit wenigen Pferden, in Armut; wie ich höre, will er um Hilfsmittel bitten“,cite-ref-162[153] berichtete ein Augenzeuge.cite-ref-163[Anm. 10] Zwei Tage spĂ€ter sprach der Papst bei einem Treffen mit italienischen Gesandten ĂŒber die Notwendigkeit, sowohl Skanderbeg als auch Matthias Corvinus zu unterstĂŒtzen. Skanderbeg musste bald feststellen, dass der Papst nur am Osmanenkrieg beteiligt sein wĂŒrde, wenn die italienischen Angelegenheiten gelöst waren.

Am 13. Dezember empfing Skanderbeg die mailĂ€ndischen Gesandten Lorenzo de Pesaro und Augustino de Rubeis zu einem Höflichkeitsbesuch beim Heiligen Stuhl. Das GesprĂ€ch wurde von beiden Diplomaten protokolliert. Dies ist das einzige Mal, dass die Gedanken Skanderbegs von Zeitgenossen aufgezeichnet wurden: „Er [Skanderbeg] sagt, dass er in der Lage wĂ€re, den TĂŒrken in diesem Land sehr gut zu widerstehen und schnell alles wiederzugewinnen, was verloren ist, wenn er nur vier- oder fĂŒnftausend Mann vor Mitte Februar bekĂ€me. Die tĂŒrkische Armee zieht traditionell im MĂ€rz ins Feld. Skanderbeg besitzt in Albanien nichts mehr außer der Burg Kruja“.cite-ref-164[154]

Zum Weihnachtsfest erhielt Skanderbeg vom Papst ein Schwert, das von einem Goldschmied aus Florenz gefertigt wurde.cite-ref-165[155] Am 7. Januar 1467 fand eine Sitzung des Konsistoriums statt, um Skanderbegs Antrag zu beraten. Der Papst bot ihm lediglich 5.000 Dukaten an, da die Lage in Italien unsicher war. Als ein Kardinal Einspruch erhob, wurde der Papst hitzig und sprach von der neapolitanischen Gefahr. Am 12. Januar beschloss das Konsistorium eine Osmanenhilfe von 5.000 Dukaten. Skanderbeg hĂ€tte sich anderswo um Hilfe bemĂŒhen sollen, so der Rat des Papstes.cite-ref-166[156]

Aus den RechnungsbĂŒchern von Papst Paul II. geht hervor, dass Skanderbeg fĂŒr seinen Unterhalt einmal 250 Dukaten und ein anderes Mal 200 Dukaten erhalten hatte. Am 19. April 1467 erhielt Skanderbeg 2.700 Dukaten und am 1. September noch einmal 1.100 Dukaten. Es existiert ein Schreiben des Kardinals Francesco Gonzago, der an dem geheimen Konsistorium vom 7. Januar 1467 teilgenommen hat, in dem ĂŒber die zu gewĂ€hrende Hilfe beraten wurde.cite-ref-167[Anm. 11] Dem Bericht zufolge erklĂ€rte sich der Papst sofort bereit, 5.000 Dukaten zu zahlen. Dass er nicht mehr gab, begrĂŒndete er mit der Notwendigkeit, sein eigenes Land schĂŒtzen zu mÜssen.cite-ref-168[157] Diese Summe wurde in einem weiteren geheimen Konsistorium am 12. Januar bestĂ€tigt.cite-ref-169[158]

Skanderbeg blieb bis zum 13. Februar 1467 in Rom, in der Hoffnung auf einen Sinneswandel der KardinÀle. Der Papst plante jedoch, Hilfsgelder aus dem Zehnten der neapolitanischen Kirche zu zahlen. Ferrante verweigerte jedoch die Zahlung an Rom.cite-ref-170[159] Skanderbeg erhielt von einem Kardinal 200 Dukaten als Almosen, da er seinen Aufenthalt in Rom nicht bezahlen konnte. Daraufhin gab ihm der Papst ebenfalls 200 Dukaten.cite-ref-schmitt-2009-280-171-0[160]

Skanderbeg in Neapel (1467)

Skanderbeg wandte sich an Neapel. Ferrante schrieb am 26. MĂ€rz 1467 nach Rom und prahlte mit seiner Hilfe fĂŒr Skanderbeg, mit 1.000 Dukaten in bar, einigen Getreideladungen, Geld und Proviant fĂŒr die Söldner in Kruja.cite-ref-schmitt-2009-280-171-1[160]

Am 10. April 1467cite-ref-monti-148-172-0[161] unterzeichnete König Ferdinand aus gratitudo liberalitas ac benignitas (Dankbarkeit, GroßzĂŒgigkeit und Wohlwollen) eine königliche Urkunde, mit der er sich fĂŒr die 1461 in Apulien geleistete Hilfe bedankte.cite-ref-173[162]cite-ref-174[Anm. 12]

Mit dieser königlichen Urkunde, die erst nach drei Jahren vollstreckbar wurde (fĂŒr die der König jedoch vier Tage spĂ€ter, am 14. April 1467, den Treueeid leistete), verlieh der König Skanderbeg und seinen gegenwĂ€rtigen und zukĂŒnftigen Erben die LĂ€ndereien von Monte Sant'Angelo und San Giovanni Rotondo in Capitanata als Lehencite-ref-175[Anm. 13]cite-ref-176[163] mit einer Reihe von symbolischen und wirtschaftlichen Vorteilen: Die Ausdehnung der Macht auf den gesamten KĂŒstenstreifen zwischen den beiden GĂŒtern, der normalerweise der königlichen DomĂ€ne vorbehalten war, der direkte Zugang der königlichen Gerichtsbarkeit bei Streitigkeiten und schließlich die Möglichkeit, von der KĂŒste von Monte Sant’Angelo und vom Hafen von Mattinata aus Waren von beliebigem Wert zu importieren und zu exportieren, ohne die Abgaben an den Hafen von Manfredonia entrichten zu mĂŒssen. Monte Sant'Angelo war damals ein sehr angesehenes Lehen, das bis dahin nur Mitgliedern des regierenden Hauses verliehen worden war.cite-ref-177[164]

Schließlich hatte Skanderbeg viel Lob und wenig finanzielle UnterstĂŒtzung vom Papst erhalten, wĂ€hrend Ferdinand von Aragon dem Widerstand der Albaner misstraute, die auf dem Balkan der osmanischen Wut ausgesetzt waren.

Skanderbeg und Venedig

Im Jahre 1467 wandte sich Skanderbeg erneut der Republik Venedig zu, mit der er ein MilitĂ€rbĂŒndnis schloss, ohne das BĂŒndnis mit dem Königreich Neapel zu brechen. Er bemĂŒhte sich um die Wiederbelebung und StĂ€rkung der „Albanischen Liga“ mit den albanischen Herren.

Doch eine plötzliche Krankheit und sein Tod im Januar 1468 in Lezha beendeten seinen Traum von einer Vereinigung gegen die osmanischen Invasoren und alarmierten das christliche Europa vor der Gefahr einer osmanischen Invasion des Abendlandes.cite-ref-178[165]

Bis zu seinem Tod hatte Skanderbeg Albanien von der Festung Kruja aus gegen das Osmanische Reich verteidigt. Seine Schwester Mamica half ihm bei der Verteidigung. Sie starb spĂ€ter in den KĂ€mpfen gegen die Osmanen, die immer wieder versuchten, Skanderbegs Macht mit großen TruppenverbĂ€nden zu brechen. Die albanischen Truppen waren jedoch zu schwach, um die Osmanen vollstĂ€ndig zu vertreiben, und die erhoffte UnterstĂŒtzung durch andere europĂ€ische Herrscher blieb aus.

Skanderbegs Tod

Skanderbeg starb am 17. Januar 1468 in Lezha, wahrscheinlich an Malaria, und wurde dort in der St.-Nikolaus-Kirche beigesetzt. FĂŒr die Christenheit war dies ein schwerer Verlust.cite-ref-179[166]

Als Sultan Mehmed II. vom Tod seines großen Gegners erfuhr, soll er ausgerufen haben: „Endlich gehören mir Europa und Asien. Wehe der Christenheit, sie hat Schwert und Schild verloren!“cite-ref-pastor-363-180-0[167]

Skanderbegs dreizehnjĂ€hriger unmĂŒndiger Sohn Gjon II. wurde sein Nachfolger.

LekĂ« Dukagjini ĂŒbernahm von Lezha die FĂŒhrung des Bundes und setzte den Widerstand gegen die TĂŒrken noch einige Jahre fort. Die Osmanen ĂŒberschwemmten das Land: „In ganz Albanien sahen wir nur Osmanen“, heißt es in einem zeitgenössischen Bericht. 8.000 Albaner wurden innerhalb weniger Wochen als Sklaven verschleppt.cite-ref-pastor-363-180-1[167] Shkodra und Kruja, deren Besatzung durch venezianische Truppen verstĂ€rkt wurde, blieben zunĂ€chst uneinnehmbar.

Nach dem Tod Skanderbegs im Januar 1468 informierte seine Witwe Andronika (auch Donika), Tochter von Gjergj Arianiti und Maria Muzaka, König Ferrante von Neapel ĂŒber den Vorfall.cite-ref-petta-29-181-0[168] Als König Ferrante die Nachricht erhielt, schickte er Girolamo di Carovigno, einen Mann seines Vertrauens, nach Kruja, um Donika und seinem Sohn Johannes II. sein Beileid auszusprechen. Donika Ă€ußerte gegenĂŒber dem Gesandten den Wunsch, sich mit ihrem 13-jĂ€hrigen Sohn in den Lehen ihres Mannes im Königreich Neapel (Monte Sant'Angelo, San Giovanni Rotondo) niederzulassen, um der Rache und der Islamisierung durch die Osmanen zu entgehen. Sie bat außerdem um ein Schiff fĂŒr die Überfahrt.cite-ref-182[169] Der König nahm all dies in seinem Schreiben vom 24. Februar 1468 mit großer Freude zur Kenntnis.cite-ref-183[170]cite-ref-184[Anm. 14]

Mit Andronica kamen auch ihre Schwester Comita Arianiti, ihre Tochter Maria BalĆĄićcite-ref-185[171] sowie die Söhne von Vrana Konti, Giovanni, Stanisha und Brana (oder Branai, ital. Bernardo), begleitet von seiner Frau Maria Zardari.cite-ref-186[172] GemĂ€ĂŸ Gjin III. Muzaka, dem Cousin von Andronika, kamen auch seine Schwestern Maria und Elena mit ihren Töchtern Porfida (die Große) und Voisava nach Italien.cite-ref-187[173]

Nach Paolo Pettas Angaben erreichte Andronika mit ihrem Gefolge das Königreich Neapel nicht vor dem 23. Mai 1468.cite-ref-petta-29-181-1[168] Es ist unbekannt, wo sie in der Anfangszeit lebte. Einige Historiker sind der Meinung, dass sie von König Ferdinand I. von Neapel im Castel Nuovo untergebracht wurde. Aus einem Dokument aus dem Jahr 1468 geht hervor, dass die donna Donica Areniti jÀhrlich 1.000 Dukaten von König Ferdinand erhielt.cite-ref-188[174]

Am 27. August 1469 genehmigte die Regia Camera della Sommaria die Summe von einem Dukaten und einem TarĂŹ fĂŒr den Transport der „Sachen von Madama Donica“ zu den HĂ€usern von Pietro Cola d’Alessandro, Herr von Faicchio, in Neapel in der NĂ€he des Klosters Santa Chiara.cite-ref-189[175]

WĂ€hrend Andronica meist am Hof lebte, verbrachte ihr Sohn Gjon die meiste Zeit auf den Lehen seines Vaters in Monte Sant’Angelo und diente dem spanischen Herrscher treu.

Skanderbeg-GedenkstÀtte

Zehn Jahre nach dem Tod von Skanderbeg konnten die Osmanen im Jahr 1478 Kruja und im Jahr 1479 Shkodra besetzen und somit ganz Albanien unter ihre Kontrolle bringen. Dies sollte fĂŒr mehr als 400 Jahre so bleiben.

Die GrabstĂ€tte und die Kirche von Skanderbeg, in der sein Leichnam bestattet wurde, wurden spĂ€ter von Muslimen in die Selimiye-Moschee von Lezha umgewandelt. Viele Osmanen sollen Teile seiner Überreste als Talisman mitgenommen haben. Von der Grabeskirche sind heute nur noch wenige Mauerreste zu sehen.

Die Moschee wurde 1968 wĂ€hrend der Atheismuskampagne des Diktators Enver Hoxha zerstört. In den 1970er Jahren wurde an ihrer Stelle ein Denkmal errichtet, das Nachbildungen des Helms und des Schwertes von Skanderbeg enthĂ€lt. Die mutmaßlichen Originale befinden sich im Besitz des Kunsthistorischen Museums in Wien und sind in der Hofjagd- und RĂŒstkammer in der Neuen Burg ausgestellt. AnlĂ€sslich des 100. Jahrestages der Ausrufung der UnabhĂ€ngigkeit der Republik Albanien am 28. November 2012 wurden der mutmaßliche Helm, das Schwert und weitere persönliche Artefakte fĂŒr einige Tage im Historischen Nationalmuseum in Tirana ausgestellt.

Nachkommen

Siehe auch

:

Stammbaum des Adelsgeschlechts der Kastrioti

1451 heiratete Skanderbeg im Kloster Ardenica in SĂŒdalbanien Donika Arianiti, die Tochter des FĂŒrsten von Kanina, Gjergj Arianiti.cite-ref-190[176] 1456 wurde aus dieser Ehe sein einziger Sohn und Nachkomme Gjon Kastrioti II. geboren. Hamza, der sich Hoffnungen auf das Erbe des FĂŒrstentums Kastrioti gemacht hattecite-ref-191[177], begab sich noch am selben Tag (1456) mit seiner Familie nach Adrianopel, wo er erneut zum Islam konvertierte.

Gjon, der von seinem Vater die Titel Herr von Monte Sant’Angelo und San Giovanni Rotondo geerbt hattecite-ref-192[178], wurde 1485 im Tausch gegen Monte Sant’Angelo und San Giovanni Rotondo erster Herzog von Galatina und erster Graf von Soleto in der Provinz Lecce.cite-ref-193[179]cite-ref-194[180]

Am 28. Oktober 1472 heiratete Gjon im Alter von 17 Jahren die 13-jĂ€hrige Jerina (auch Irene), Tochter des serbischen Despoten Lazar II.Branković und Elena Palaeologus aus der byzantinischen Kaiserfamilie. Das Paar hatte fĂŒnf Kinder:

1. Costantino (1477–1500) (Bischof von Isernia)
2. Ferrante (?–1561), 2. Herzog von San Pietro in Galatina und von Soleto, venezianischer Patrizier, heiratete Adriana Acquaviva d’Aragona von den Herzögen von NardĂČ. Die erste Tochter Erina (?–1565), 3. Herzogin von San Pietro in Galatina und von Soleto, heiratete den FĂŒrsten Pierantonio Sanseverino von Bisignano,cite-ref-195[181] Lehnsherr von der von ArbĂ«resh gegrĂŒndeten Berggemeinde Civita.
3. Giorgio (?–1540)
4. Federico (?–?)
5. Maria (?–1560)

Nachruhm

Skanderbeg wurde schon zu Lebzeiten in ganz Europa bekannt. Am 23. Dezember 1457 ernannte Papst Calixtus III. Georg Kastrioti zum KapitÀn-General der römischen Kurie und KapitÀn-General des Heiligen Stuhls aufgrund seiner besonderen Verdienste in der Verteidigung des Christentums gegen die Osmanen.cite-ref-196[182]

Sein erfolgreicher Kampf gegen die Osmanen machte ihn zum Nationalhelden Albaniens, ĂŒber den zahlreiche BĂŒcher und Dramen geschrieben wurden, viele erst mehrere hundert Jahre nach seinem Tod. Skanderbeg ist auch der Titelheld der Oper „Scanderbeg“ von Antonio Vivaldi.cite-ref-197[183] Skanderbeg wird sogar in islĂ€ndischen Quellen erwĂ€hnt. In der SkarðsĂĄrannĂĄll zum Jahr 1469 steht als einziger Eintrag: „Es starb der löbliche Herr und Held Skanderbeg (der mit richtigem Namen Georgius Castriota hieß). Er hatte 24 Jahre geherrscht und er hat manch einen herrlichen Sieg errungen.“cite-ref-198[184]

Als Skanderbeg 1466 nach Rom kam, um Papst Paul II. um Hilfe fĂŒr das christliche albanische Volk im Kampf gegen die TĂŒrken zu bitten, wurde er in dem kleinen, nach ihm benannten Palazzo mit der Hausnummer 117 untergebracht. Das GebĂ€ude wurde wahrscheinlich spĂ€ter von der Familie Kastrioti erworben, und es ist ĂŒberliefert, dass er seine Erben anwies, sein PortrĂ€t am Portal des Palazzetto bei Bedarf zu restaurieren. Die Inschrift ĂŒber dem Portal lautet: Geor Castriota a Scanderbeg Princeps Epiri. / Ad fidem. Iconis rest. an. Dom MDCCCXLIII.cite-ref-199[185]

Die Berge um Kruja werden als Skanderbeggebirge bezeichnet. Das Skanderbeg-Museum in der Burg von Kruja sammelt alle Werke, die sich mit Skanderbeg befassen. Die Ruinen der St.-Nikolaus-Kirche in Lezha, wo er begraben wurde, wurden in eine GedenkstĂ€tte umgewandelt. Diese wurde im Jahr 1981 eröffnet. Ein kleines Museum in Sina in Dibra widmet sich der berĂŒhmten Familie Kastrioti, die aus dieser Region stammt.

Es existieren keine bildlichen Darstellungen, die das tatsĂ€chliche Aussehen von Skanderbeg zu Lebzeiten zeigen. Alle Bilder des albanischen FĂŒrsten basieren auf mĂŒndlichen Beschreibungen und wurden erst nach seinem Tod angefertigt.

In Tirana (siehe Skanderbeg-Platz) und Pristina sind die zentralen PlĂ€tze nach Skanderbeg benannt und werden durch Reiterstatuen von ihm geschmĂŒckt. Auch in Skopje (Skanderbeg-Platz), Rom, Debar und Rochester Hills (Michigan) stehen Reiterstatuen von ihm. Das Hochhaus Tirana’s Rock am Skanderbeg-Platz in Tirana ist einer gewaltigen, 85 Meter hohen Skanderbeg-BĂŒste nachempfunden.

Im Budapester StadtwĂ€ldchen (Varosliget) steht seit 2019 eine BĂŒste von Skanderbeg, die von der albanischen Hauptstadt Tirana gestiftet wurde. Ebenfalls befindet sich am Lac LĂ©man in Genf eine BĂŒste, die Albanien der Schweiz geschenkt hat.

Von 1944 bis 1945 trug eine SS-Division, die hauptsÀchlich aus Albanern bestand, den Namen Skanderbeg.

1953 wurde der Film Der große Krieger Albaniens Skanderbeg als albanisch-sowjetische Koproduktion gedreht. Der Film handelt vom Nationalhelden Skanderbeg und wurde vom Kinostudio „ShqipĂ«ria e Re“ produziert. Es handelt sich um den ersten Spielfilm, der in Albanien produziert wurde.cite-ref-200[186] Im Jahr 2007 wurde der Film unter dem Namen Skanderbeg – Ritter der Berge auf DVD veröffentlicht, mit einer deutschen DEFA-Synchronisation.

Der albanische Schriftsteller Ismail Kadare thematisierte Skanderbegs Freiheitskampf in seinem Roman „KĂ«shtjella“ (Die Festung, 1970).

Literatur

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‱ I libri commemoriali della Republica di Venezia: Regesti. Venedig 1901 (archiviostudiadriatici.it).
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Weblinks

Commons

: Skanderbeg

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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Anmerkungen

cite-note-1Anm. 1. ↑ Nach Marin Barleti soll er 1412 geboren sein; „1430 war Gjergj erst 18 Jahre alt.“
cite-note-15Anm. 2. ↑ Andere Quellen geben den 2. Mai 1437 als Todesdatum an.
cite-note-58Anm. 3. ↑ Marinus Barletius lebte von 1450 bis 1513 und veröffentlichte zwischen 1508 und 1510 die erste Biografie ĂŒber Skanderbeg.
cite-note-59Anm. 4. ↑ Gjin Muzaka kam um 1480 in das Königreich Neapel und starb nach 1510, dem Datum der Veröffentlichung seiner „Breve memoria de li descendenti della nostra casa Musachi“.
cite-note-60Anm. 5. ↑ Demetrio Franco lebte von 1443 bis 1525.
cite-note-91Anm. 6. ↑ Venezia accogli tutti i predetti signori per buoni amici e vicini, perdonando loro tutti i danni e offese recatile. Dal 20 corr.[ente] essa pagherĂ  allo Scanderbeg e suoi eredi maschi 1.400 ducati l’anno di provigione, compresivi i 200 che egli soleva avere dalla camera di Durazzo, restando a quella Dagno con tutto il territorio che fu giĂč confine fra i domini dei turchi e di NitolĂČ Ducagini, con tutte le ville di lĂ  dal Drin tenute dallo Scanderbeg. Le dogane dei signori albanesi saranno da questi date in appalto ai veneziani. Lo Scanderbeg potrĂ  comperare ogn’anno 200 cavalli di sale dalla camera di Durazzo senza pagar dazio. È concessa amnistia generale pel passato ai ribelli delle parti. In avvenire i ribelli d'una delle parti non avranno ricetto nelle terre dell’altra in Albania. Venezia accoglierĂ  ne’ suoi domini tutti i signori e lor sudditi che fossero cacciati dalle rispettive terre dai turchi. Essa darĂ  ogn' anno allo Scanderbeg due vesti de scarlatin, e questo due levrieri e due astori mudadi a quella, come in passato. Lo Scanderbeg e il Ducagini procureranno che Paolo restituisca le ville che tiene appartenenti al territorio di Dagno; non polendole ottenere, la Signoria avrĂ  libertĂ  di far quanto crederĂ  per conseguirle, senza che quei due signori se ne immischino. Arianiti (Comneno) continuerĂ  a poter esportar panni per proprio uso da Durazzo con esenzione da dazi. Avendo i signori albanesi deliberato che Scanderbeg vada con truppe in aiuto del signor Ianus Venezia anticiperĂ , entro lo giorni, la prima annualitĂ  della provvigione summentovata. (I libri commemoriali della Republica di Venezia: Regesti, 1901, S. 16.)
cite-note-121Anm. 7. ↑ „Ad Trani et Barletta sonno arrivate gente da cavallo et da pede che ha mandate Scanderbech in favore del Re 
“ (Gennaro Maria Monti, S. 130)
cite-note-132Anm. 8. ↑ „
 Questa matina sonno arrivati qua in porto cinque navilii carichi de gente et cavali de Scanderbech, oltra li altri che già erano venuti, come per le alligate scrivo, et ù venuto uno suo nipote chiamato Coyco, et dicono che la persona del prefato Scanderbech era giunta ad Ragusa cum el resto de la gente, et credese, non havendo tempo contrario, domane o l'altro serà qua 
” (Gennaro Maria Monti, S. 139)
cite-note-152Anm. 9. ↑ „Ferdinandus etc. 
 et magnanimo Viro Georgio Castrioti dicto Scandaribech Albanie Domino 
 annuam provisionem ducatorum mille ducentorum pecunie et ponderis generalis huius Regni, 
“ (Gennaro Maria Monti, S. 169)
cite-note-163Anm. 10. ↑ „El S. Scanderbeg gionse qui venerdi [= 12. Dezember] et incontra li forono mandate le famiglie de' cardinali. È homo molto de tempo, passa li 60 anni; cum puochi cavalli ù venuto e da povero homo. Sento vorrà subsidio.” (Schreiben des J. P. Arrivabenus, datiert Rome, 14. Dezember 1466, Archiv des Kardinals Francesco Gonzago in Mantua)
cite-note-167Anm. 11. ↑ Kardinal Gonzaga an seinen Vater, den Markgrafen Luigi III. Gonzaga von Mantua: Rom, 7. Jan 1467 „
 Questa matina in consistorio secreto fossemo sopra la materia del soccorso che dimanda el Scanderbec et in summa el papa disse che li daria cinque milia ducati ne piu voleva dargene allegando che anche lui bisognava prvedere a li fatti suoi, 
“ (Original im Archiv Gonzaga in Mantua); Ludwig von Pastor, S. 763
cite-note-174Anm. 12. ↑ „
 gratitudo liberalitas ac benignitas in illis [scil. regibus] maxime necessarie inesse videntur per has enim a subditis et ser vientibus amantur principes, quo nihil altius nihilque securius ad eorum vite statusque conser vationem habere possunt, 
“[
 Dankbarkeit, GroßzĂŒgigkeit und Wohlwollen scheinen unabdingbare Tugenden fĂŒr einen König zu sein: in der Tat, dank ihnen, sind die FĂŒrsten bei ihren Untertanen beliebt und können nichts Wertvolleres erwarten was ihnen Sicherheit fĂŒr die Verteidigung des eigenen Lebens und ihres Eigentums gibt, 
], (Gennaro Maria Monti: La spedizione in Puglia di Giorgio Castriota Scanderbeg e i feudi pugliesi suoi della vedova e del figlio, 2015, S. 161.)
cite-note-175Anm. 13. ↑ „Ferdinandus etc. 
 Tenentes et possidentes in nostra fidelitate et demanio ac aliter quocumque terram Sancti Angeli de lo Monte et terram Sancti Ioannis Rotundi pertinentiarum provincie Apulee cum castris, fortellitiis, vaxallis, iuribus ac pertinentiis universis, tenore presentium de certa nostra scientia nostroque motu proprio ac cum nostri consilii deliberatione matura nostreque regie potestatis plenitudine, proque bono Reipublice pacis ac status nostri conservatione tuitioneque prefato illustri Georgio dicto Scandarebech pro se ac suis heredibus, de suo corpore legitime natis et nascituris 
“ (Gennaro Maria Monti: La spedizione in Puglia di Giorgio Castriota Scanderbeg e i feudi pugliesi suoi della vedova e del figlio, 2015, S. 162.)
cite-note-184Anm. 14. ↑ „
 Item perche ad nui per loro misso proprio haveno notificato che vorriano venire in quisto nostro regno pregandoce li volesscmo provedcie de alcuno navilio per possere passare: pertanto da nostra parte li esponente che loro venuta ad nui sera multo piacere, et da nui haveranno quelle carize et honori che figlio deve fare ad matre et patre ad figliolo et non solamente li lassaremo quello ce havemo donato, ma quando bisognio fosse li donaremo de li altri nostri boni Dat. in civitate capue die xxiv mensis februarii Anno Domini Mcccclxviii Rex ferdinandus 
“ (Francesco Trinchera: Codice Aragonese, Band 1, 1866, S. 440 f.)

Einzelnachweise

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cite-note-32. ↑ Oliver Jens Schmitt: Skanderbeg et les Sultans: Anatomie d’une RĂ©bellion contre L’Empire Ottoman, S. 81
cite-note-43. ↑ Adrian Brisku: Bittersweet Europe. Berghahn Books, 2013, ISBN 978-0-85745-985-5, S. 21.
cite-note-noli-54. ↑ Fan Stylian Noli: George Castrioti Scanderbeg (1405–1468), S. 88, abgerufen am 16. Dezember 2016
cite-note-65. ↑ Oliver Jens Schmitt: Skanderbeg. Der neue Alexander auf dem Balkan, 2009, S. 28.
cite-note-76. ↑ Lino Bellizzi: Villa Badessa, Oasi orientale in Abruzzo. 1. Auflage. Tracce, Pescara 1994, S. 48 (italienisch).
cite-note-87. ↑ Ekkehard Kraft: Wer war Skanderbeg? Neue ZĂŒrcher Zeitung, 18. MĂ€rz 2009, abgerufen am 13. November 2019.
cite-note-98. ↑ Björn Opfer-Klinger: Rezension: Oliver Jens Schmitt: Skanderbeg. Der neue Alexander auf dem Balkan. Regensburg: Verlag Friedrich Pustet 2009. In: Zeitschrift fĂŒr Balkanologie. Band 47, Nr. 2. Leipzig 2011, S. 287–289 (zeitschrift-fuer-balkanologie.de [PDF; 49 kB]).
cite-note-109. ↑ Irvin Faniko, S. 29
cite-note-1110. ↑ Franco Demarchi: Minoranze linguistiche tra storia e politica. Arti Grafiche Artigianelli, 1988, Le minoranze etniche nei Balcani von Adriana Mitescu, S. 175 (italienisch).
cite-note-christine-von-kohl-1211. ↑ Christine von Kohl: Albanien. Verlag C.H. Beck, MĂŒnchen 1998, ISBN 3-406-50902-9, S. 39 ff. (eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 13. November 2019]).
cite-note-1312. ↑ John Van Antwerp Fine: The Late Medieval Balkans, 1994, S. 422.
cite-note-1413. ↑ Fan Noli, S. 90–91
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se all’improvviso in quelli dì non fosse venuto dall’Albania con un buon numero di navi, con settecento cavalli e mille fanti veterani, Giorgio Castrioto cognominato Scanderbech, uomo in quelli tempi famosissimo per le cose da lui fatte contra i Turchi. Costui ricordevole che pochi anni avanti, quando il Turco venne ad assaltarlo in Albania, dove ei signoreggiava, Re Alfonso gli aveva mandato soccorso, per il quale ebbe comodità di difendersi dal Turco, avendo inteso che re Ferrante stava oppresso da tanta guerra, volle venire a questo modo a soccorrerlo, e la venuta sua fu di tanta efficacia, che il Piccinino e il conte Giulio uniti insieme non si fidarono di presentare la battaglia al Re“.)
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